Allgäu

Energetische Sanierung, Kempten

vor der Sanierung
vor der Sanierung

Energetische Sanierung Wohnhaus
Architekt: Michael Felkner


Nach dem Ableben der Eltern hat der Bauherr das 1936 erbaute Elternhaus in Kempten, Boleite 42 übernommen. Das Einfamilienhaus liegt südwestlich der Burghalde an der Hangkante des Illertales über dem Freudental - mitten in der Stadt und doch ruhig gelegen umgeben vom Bewuchs der Talkante. Ganz im Stil der 30er Jahre errichtet - weiß vertputztes Mauerwerk im Erdgeschoß, an der Fassade als gestalterisches Element sichtbarer Balkenkranz, d.h. Holzbalkendecke über dem Erdgeschoß, Obergeschoß in ausgemauertem Riegelwerk, außen verschindelt, weit ausladendes Dach, alle Holzbauteile dunkel gestrichen, ragt der aus Stampfbeton errichtete Keller talseitig aus dem steilen Hang heraus. An der hohen Ostfassade sind zur Gliederung der Giebelseite Balkone angefügt. Ursprünbglich über Einzelöfen beheizt wurde in den 70er Jahren eine Ölzentralheizung mit Heizkörpern im Einrohrsystem eingebaut. Vor 20 Jahren folgte ein 6 cm dickes WDVS im Erdgeschoß. Es war ausdrücklicher Wunsch des Bauherrn, daß die Grundzüge der Gestaltung aus den 30er Jahren erhalten bleiben. Durch den weit hervorkragenden Balkenkranz war es möglich, zusätzlich 16 cm WDVS mit WLS 032 aufzubringen. Die Außenwände des Obergeschosses wurden auf der Innenseite mit einer 16 cm dicken Vorsatzschale versehen, die mit Zellulose ausgedämmt wurde. Die Beplankung erfolgte mit Wandstrahlheizflächen aus Fermacell. Die Dachschrägen und die Kehlbalkenlage wurden aufgedoppelt und mit 30 cm Zellulose gedämmt. Auch im Erdgeschoß werden die Räume über Flächenstrahlheizelemente an der Decke erwärmt. Die talseitigen Kellerräume wurden zu einem Appartement ausgebaut und zum hangseitigen Treppen- bzw. Heizungsraum gedämmt. Durch die relativ großzügige Raumhöhe war es möglich im Fußbodenaufbau unter der Fußbodenheizung 10 cm Dämmstoff WLS 022 unterzubringen. Die etwas feuchten Wände wurden durch eine Bauteiltemperierung trocken gelegt. Aufgrund der schattigen Lage wurde vorerst auf die Unterstützung des Holzpelletskessels durch eine Solaranlage verzichtet - die Verrohrung zur nachträglichen Montage wurde aber eingebaut. Während der Baudurchführung wurde allerdings noch der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für die Hauptwohnung beschlossen. Das Lüftungsgerät steht im Dachspitz. Die Lüftungsleitungen konnten vollkommen unauffällig in den Innenausbau integriert werden.

Folgende eza!-Partner waren an dem Projekt beteiligt: