Allgäu

Passivhaus Schule, Sporthalle, Mehrgenerationenhaus/Kempten

Passivhaus Umbau und Erweiterung Grundschule Kottern-Eich mit Neubau Mehrgenerationenhaus und Sporthalle

Photos: Rainer Retzlaff PHOTOGRAPHIE
Photos: Rainer Retzlaff PHOTOGRAPHIE

Standort: 87435 Kempten
Objekttyp: Passivhaus Umbau und Erweiterung Grundschule Kottern-Eich mit Neubau Mehrgenerationenhaus und Sporthalle
Auftraggeber: Stadt Kempten, Hochbauamt

Architekt: F64 Architekten

Energiestandard Altbau: Sanierung mit Passivhauskomponenten
Energiestandard Neubau: Passivhaus

Konstruktion Neubau: Stahlbeton mit nichttragender Holzaussenwand aus vorgefertigten geschosshohen hoch gedämmten Holzständerelementen,  U =  0,10 W/m2K
Sanierung Massivbau: mit WDVS, U =  0,13 W/m2K

Bodenplatte Neubau: Beton, Dämmung, U =  0,14 W/m2K, Bodenplatte Bestand wurde energetisch nicht saniert
Dach Neubau: Beton, Dämmung U =  0,10 W/m2K, Sanierung oberste Geschossdecke U =  0,15 W/m2K
Dach Altbau: Sanierung Holzdachstuhl
Fenster: Holz-Alu-Fenster, 3-fach Verglasung, U =  0,52 W/m2K, g =0,60

Heizung: Holz-Pelletkessel im Bestandsgebäude
Warmwasser: Dezentrale E-Boiler und Durchlauferhitzer
Lüftung: Komfortlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (82,9 %)
Heizwärmebedarf Neubau: 15,0 kWh/(m²a) PHPP
Luftdichtheit: n50 = 0,50 h-1
Energiebezugsfläche Neubau: Neubau: 1735,30 m²
Energiebezugsfläche Sanierung: 1632,0 m2

Wettbewerb: Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren nach VOF - 1. Preis 02/2009

Projektzeiten 1. BA Neubau: BGF: 3.136 m², Erweiterung der Grundschule, Neubau Mehrgenerationenhaus und Einfach-Sporthalle
Bauzeit: 03/2012-08/2013

Projektzeiten 2. BA Sanierung: BGF: 2.592 m², Generalsanierung und Umbau des bestehenden Schulgebäudes. Umbau bei laufendem Schulbetrieb.
Bauzeit: ca. 08/2013-08/2014

Ziele: Das Mehrgenerationenhaus soll als Kommunikationspunkt zwischen Jung und Alt vermitteln, die Integration von Ausländern und Aussiedlern fördern und Freizeitangebote für alle Altersgruppen bieten. Durch Zusammenführen von Schule, Mehrgenerationenhaus und Sporthalle, von Mittagstisch in Verbindung mit Ganztagsklassen und Bürgertreff kann sich eine offene Nachbarschaftsschule entwickeln.  

Leitidee: Mit dem vorgeschlagenen freiräumlichen und städtebaulichen Konzept sollen die erklärten Ziele des Mehrgenerationenhauses bereits im Außenraum als Schnittstelle zum Quartier erreicht werden, denn die Integration findet schon „auf der Straße“ statt. Im Gegensatz zu einer streng separierenden Anordnung von Pausenhof, Quartierspark mit Spielplatz und Freisportanlagen werden die Freibereiche als Aufweitung des Straßenraums zu einem offenen, konfliktfreien Aufenthaltsort. Durch die sich überlappenden Nutzungen und die Offenheit entsteht Kommunikation, aber auch soziale Kontrolle.

Städtebau: Der Leitidee folgend besetzt der neue Baukörper die der Öffentlichkeit abgewandten Grundstücksteile. Das alte, denkmalwürdige Schulgebäude bleibt an der ortsprägenden Ecke Friedrich-Ebert- Straße / Gebhartstraße freigestellt. Die neue Bebauung formt gemeinsam mit dem alten Schulhaus einen raumbildenden Rücken für das offene Zusammenspiel der vielfältig nutzbaren Freibereiche. Die südliche Wohnbebauung wird durch die Baukörperanordnung vor Lärmemissionen geschützt.  

Freiraum: Die konsequente Integration und Weiterentwicklung der Bestandsstrukturen unter Berücksichtigung der Ortsbild prägenden Gebäude- und Vegetationsstrukturen sowie der topografischen Ausformung des Planungsbereiches bestimmt den Entwurf. Der vorhandene Baumbestand wird behutsam mit wenigen Neupflanzungen als kleiner vielfältig nutzbarer Quartierspark weiterentwickelt und mit Spiel- und Aufenthaltsbereichen ausgestattet. Der raumprägende Baumbestand gliedert den langgestreckten strassenbegleitenden Freiraum in den Schulhof, den Quartierpark und die Freisportanlagen. Sämtliche Bereiche sind durch ein Wegesystem verknüpft und bieten somit außerhalb der Schulzeiten ein vielfältig ausgestattetes Nutzungsspektrum. Das Kleinspielfeld ist entsprechend dem gültigen Bebauungsplan positioniert und erhält aufgrund der umliegenden Straßen- und Nachbarbereiche einen Ballfangzaun mit partiell vorgehängten, transparenten Lärmschutzelementen. Im rückwärtigen Teil des Neubaus wird ein nichtöffentlicher Schulgarten angeboten. Geschnittene Heckenbänder gliedern diese Gartenbereiche. An der Stirnseite des Bestandgebäudes wird ein kleiner Vorplatz mit Aus-und Einsteigefunktion situiert. Straßenbegleitend werden 12 Stellplätze, hergestellt in Rasenpflaster, nachgewiesen. Ein geschnittener Heckenkörper trennt den Pausenhof von diesem Funktionsbereich ab. Auf dem Dach des Mehrgenerationenhauses wird angrenzend an den zweigeschossigen Kopfbau eine Terrasse angeboten. Für die nutzungsfreien Dachbereiche wird eine extensive Dachbegrünung vorgeschlagen.

Fassadengestaltung: Das Erscheinungsbild des alten Schulhauses bleibt durch die Sanierung mit einem wärmedämmendem Putz erhalten. Das neue Mehrgenerationenhaus im Quartierspark wird als hochwärmegedämmte Holzkonstruktion ausgeführt. Auch die Fassade wird robust in Holz konzipiert: Vertikale Holzleisten unterschiedlicher Materialstärke erzeugen eine reliefartig bewegte Oberfläche. Schräge farbige Fensterlaibungen optimieren die effiziente Tageslichtnutzung.

Folgende eza!-Partner waren an dem Projekt beteiligt: