European Energy Award

Verleihung des European Energy Awards in Kempten

Kein Geringerer als der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller überreichte bei einem Festakt in Kempten den European Energy Award (eea) für bayerische Kommunen. Durach (Oberallgäu), Haldenwang (Oberallgäu), Kammerstein (Mittelfranken, Landkreis Roth), Lindau und Neu-Ulm wurden für ihre vorbildliche Klimaschutzpolitik mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Gastgeber Kempten erhielt als erste bayerische Stadt den European Energy Award in Gold.

„Wir setzen auf das Know-how der deutschen Kommunen beim Klimaschutz“, betonte Minister Müller bei der Preisverleihung. "Sie sind strategische Partner in der Entwicklungszusammenarbeit. Diese Partnerschaft werden wir weiter ausbauen“.

 

 

Strahlende Gesichter gab es bei der eea-Verleihung. Neben Kempten wurden Durach, Haldenwang, Kammerstein, Lindau und Neu-Ulm ausgezeichnet.
Bundesminister Dr. Gerd Müller hielt ein Plädoyer für mehr Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien im globalen Kontext.
Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle bezeichnete das eea-Programm als wichtige Hilfe für die kommunale Klimaschutzpolitik.

Die Preisträger im Kurzporträt

Kempten

Bereits 2012 war Kempten mit dem eea ausgezeichnet worden, nachdem 60 Prozent aller möglichen Maßnahmen realisiert worden waren. Vier Jahre später sind es 78 Prozent – 75 Prozent sind für die Auszeichnung in Gold nötig. Der „Masterplan 100 % Klimaschutz“, den Kempten 2012 verabschiedet hatte, bildet den Rahmen für sämtliche Aktivitäten: seien es die Energieberatung und die Energieeffizienz-Angebote für Unternehmen, Kampagnen wie „Sanieren mit GRIPS“ für Hausbesitzer oder Initiativen zur Förderung der Radverkehrs. Durch ein konsequentes kommunales Energiemanagement für die städtischen Liegenschaften konnte seit 2000 der Ausstoß von 8.000 Tonnen CO2 vermieden werden. Städtische Neubauten werden nur noch im Passivhausstandard ausgeführt. Positiv auf die European Energy Award-Wertung wirkte sich auch die Fernwärmeversorgung zahlreicher Unternehmen und Haushalte durch den Zweckverband Abfallwirtschaft Kempten (ZAK) aus.

Durach

Erstmals mit dem European Energy Award wurde die Gemeinde Durach ausgezeichnet. Die Oberallgäuer Kommune konnte unter anderem mit seinem Hackschnitzel-Nahwärmenetz, den regen Aktivitäten des Energieteams, den Photovoltaikanlagen auf den gemeindeeigenen Dächern für den Eigenstromverbrauch sowie einem Punktekatalog für energieeffizientes Bauen im Neubaugebiet am Orogelände überzeugen.

Haldenwang

In Haldenwang wird der Strombedarf bereits vollständig, der Wärmebedarf zu 29 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt. Eine gemeindeeigene Photovoltaikanlage versorgt das Sportzentrum mit Strom. Durch das langjährige kommunale Energiemanagement konnte der Energieverbrauch der kommunalen Liegenschaften und Anlagen spürbar gesenkt werden. Vorbildlich sind außerdem das Versorgungskonzept mit Dorfläden und die Ausrichtung eines jährigen Energietages.

Lindau

Lindau hat sich in Rekordtempo den European Energy Award gesichert. Die Stadt am Bodensee war erst 2016 ins eea-Programm eingestiegen und hat noch im selben Jahr das externe Audit erfolgreich bestanden. Überzeugt hat die Auditoren unter anderem das klimafreundlichen Mobilitätskonzept „KliMo". Im Rahmen eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts gab es einen Wettbewerb für die zukünftige Bebauung der hinteren Insel. Ein energiepolitisches Leitbild mit quantifizierbaren Zielen wurde für die Stadt Lindau verabschiedet, die im unmittelbaren Bereich der Kommune, aber auch in dem eines jeden Bürgers liegen.

Neu-Ulm

Auch die Stadt Neu-Ulm kann erhebliche Fortschritte bei ihren Klimaschutzbemühungen vorweisen. So wurde das Fernwärmenetz in der Innenstadt auf der Basis eines ganzheitlichen, raumbezogenen Wärmeversorgungskonzepts ausgebaut. Dank eines Holzgas-Heizwerks, das mit Material aus der Wald- und Landschaftspflege sowie mit Schwemmholz betrieben wird, können außerdem pro Jahr rund 40.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Seit vielen Jahren schon werden in Neu-Ulm städtische Dachflächen für die Energiegewinnung mittels Solar- und Photovoltaikanlagen genutzt.

Kammerstein

Die mittelfränkische Gemeinde Kammerstein war im Jahr 2012 erstmals mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden – damals wie heute in Kempten. In der Zwischenzeit ist am Rathausplatz ein Nahwärmenetz mit Hackschnitzelheizung errichtet worden, das die Kindertagesstätte, das Rathaus, den Bauhof, den Bürgersaal sowie das Feuerwehrhaus mit Wärme versorgt. Generell sind die Energiestandards für kommunale Gebäude und Anlagen in Kammerstein hoch. Auf gemeindeeigenen Gebäuden wurden zudem Photovoltaikanlagen installiert.

Was steckt hinter dem European Energy Award?

Begleitung und Beratung zur Energiepolitik
European Energy Award begleitet und berät Kommunen in allen energiepolitischen Handlungsfeldern zur Förderung erneuerbarer Energien und effizienter Energienutzung.
Kommunen werden dabei unterstützt und motiviert, richtungweisende Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung und zu einem umsetzungsorientierten Klimaschutz zu leisten.
Allgemeines zum eea

Sie wollen Ihre Kommune energiepolitisch zertifizieren lassen?

European Energy Award
Der European Energy Award (eea) steht für herausragende Erfolge im Energiebereich auf kommunaler Ebene. Die am eza!-Energieprogramm teilnehmenden Städte und Gemeinden erhalten mit dem eea eine öffentlichkeitswirksame Auszeichnung für eine verantwortungsbewusste Energie- und Klimaschutzpolitik.
Zertifizierung

eza! regionale Geschäftsstelle für den European Energy Award

Zusätzlicher Nutzen für Teilnehmer
eza! ist seit dem Frühjahr 2010 regionale Geschäftsstelle des European Energy Award für das Allgäu. Dadurch ist sicher gestellt, dass eza! einen wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung des Prozesses auf nationaler und internationaler Ebene ausüben kann. Außerdem haben die teilnehmenden Kommunen kurze Kommunikationswege zu übergeordneten Gremien.

Klimaschutzkonzepte

Ein integriertes Klimaschutzkonzept für Kommunen (mit bis zu 65% Förderung durch das Umweltministerium) umfasst sämtliche energierelevanten Bereiche des gesamten Gemeindegebietes (nicht nur Gemeindeliegenschaften!).

Klimaschutzkonzepte

Einsparungen ohne große Investitionen

Kommunales Energiemanagement ist die laufende Betreuung Ihrer Liegenschaften während der gesamten Nutzungszeit. Hierbei werden etwa zehn Prozent Energie und damit Kosten eingespart - und das ohne Investitionen. -
Energiemanagement

Servicepaket nachhaltig bauen ist eine individuelle und wirksame Unterstützung kommunaler Bauvorhaben. -
Servicepaket

Beratung und Aktionen

Sie wollen Ihren Bürgern auch Dienstleistungen wie eine kostenlose und unabhängige Energieberatung oder Thermografieaktionen anbieten?

Thermografie und Beratung

eza!-Dienstleistungen

eza! bietet auch für Fachleute, Kommunen und Unternehmen eine Vielzahl von Dienstleistungen:

Weiterbildung für Bau- und Energiefachleute

Energiemanagement für kommunale Liegenschaften

Energieberatung für Unternehmen