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Passivhaus in Balterazhofen
Behindertengerechtes Passivhaus
Bauplatz
Der Bauplatz für dieses Wohnhaus mit zwei behindertengerechten Wohnungen liegt am nördlichen Ortsrand des zur Stadt Leutkirch gehörenden Weilers Balterazhofen. Auf dem nach Südwesten abfallenden Grundstück war aus ortsplanerischen Gründen eine Firstausrichtung des zweigeschoßigen Satteldachbaukörpers nur in NO-SW-Richtung möglich. Eine freie Aussichtslage besteht zudem nur nach Nordwesten beziehungsweise nach Westen.
Beheizte Wohnfläche: 184 Quadratmeter
Heizwärmebedarf: 15,5 kWh/m²a
Baujahr: 2003
Baukonstruktion:
Aufgrund der Hanglage wurden im Nordosten im EG Kellerersatzräume in Stahlbeton und im OG darüber eine großzügige Garage in einfacher Holzbauweise errichtet. Der übrige in reiner Holzständerbauweise auf einer Stahlbetonbodenplatte konstruierte Baukörper schließt sich unter einem gemeinsamen Dach nach Südwesten an. Die Außenwände sind raumseitig mit einer Installationsebene und außenseitig mit einer Horizontalschalung aus Lärche versehen. Die Geschoßdecke über dem EG ist als von unten sichtbare Brettstapeldecke in Leimholz ausgebildet. Das Dach ist raumhaltig, sodaß ein optimales A/V-Verhältnis erreicht wird. Die Dachkonstruktion ist genauso aufgebaut wie die Außenwandkonstruktion (von innen nach außen):
Gipskarton 12,5 mm
OSB 15 mm
Zellulose/KVH 160 mm
Dampfbremse 0,3 mm
Mineralwolle/KVH 240 mm
OSB 15 mm
Die Fenster sind in Lärche. Sämtliche Holzbauteile sowohl im Innen- als auch im Außenbereich sind unbe-handelt. Dafür sind die Regeln des konstruktiven Holzschutzes eingehalten.
Energiekonzept:
Das Gebäude wurde zwar von Anfang an im Passivhausstandard konzipiert, doch es war nicht oberstes Ziel, genau den Grenzwert von 15 kWh/m²a zu erreichen. Über einen 35 Meter langen Erdreichwärmetauscher DN 200 wird auf der Nordostseite der Garage über einen Filter frische Außenluft angesaugt und gelangt über die Nordwestseite in den Keller und von dort zum Kompakt-Lüftungs-aggregat im Technikraum.
Die Warmwasserbereitung wird unterstützt durch ca. 12 m² Kollektorfläche.
Fazit:
Die Bewohner fühlen sich sehr wohl in ihrem Gebäude, und stehen zu der ungewöhnlich modernen Architektur des Hauses, die schon während der Bauzeit viele Schaulustige anzog. Es sind zwar Anschlüsse für einen Holzpellets-Kaminofen vorbereitet, doch wenn sich der Restheizwärmebedarf und der Restenergiebedarf zur Warmwasserbereitung wie geplant in engen Grenzen halten, wird dieser zumindest in den nächsten Jahren noch über Strom gedeckt.








