passivhaus - wie hoch sind die kosten?

Auf ihre erste Heizkostenabrechnung können sich Passivhausbesitzer regelrecht freuen. Denn bereits von der ersten Stunde des Einzugs an arbeitet die Zeit für sie. Die jährliche Belastung aus Zinsen und Tilgung für den Baukredit und Betriebskosten ist beim Passivhaus sehr schnell deutlich niedriger als im Standardhaus. Das hat eza! jetzt anhand einer Untersuchung nachgewiesen, der ein nur moderater Anstieg des Ölpreises entsprechend der aktuellen Inflation zu Grunde liegt.

Dabei wurden drei verschiedene Ansätze gewählt, bei denen jeweils Passivhäuser mit Häusern verglichen wurden, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV)gebaut wurden:

baukosten-informationszentrum der deutschen architektenkammern

Das Baukosteninformationszentrum der Deutschen Architektenkammern (BKI) führt anhand einer Vielzahl an dokumentierten Gebäuden eine bundesweite Statistik über Baukosten, die regelmäßig fortgeschrieben wird.

In den BKI Objektdaten N9 mit dem Preisstand 1. Quartal 2009 sind 13 Einfamilienhäuser und Reihenhäuser sowie ein Zweifamilienhaus im EnEV-Standard und 9 Einfamilienhäuser sowie 1 Reihenhaus im Passivhausstandard erfasst. Alle Gebäude wurden im durchschnittlichen Standard gebaut. Dabei wurden folgende durchschnittliche Baukosten (brutto) festgestellt:

EnEV-Standard (alt) 1.619 €/m2
Passivhausstandard 1.650 €/m2

Die Mehrkosten für den Passivhaustandard betragen nach dieser Auswertung nur knappe 2%.
(Für den Landkreis Oberallgäu müssen diese Ergebnisse für beide Standards jeweils mit dem Preisindex 1,107 multipliziert werden.)

vorstellung von fertighäusern in der zeitschrift ökotest

eza! analysierte die Vorstellungen von Musterhäusern in der Zeitschrift Ökotest 2009/2010. In diesem Zeitraum wurden 15 Häuser die dem Stand der alten EnEV und etwas besser und 5 Passivhäuser vorgestellt. Der Preisvergleich ergab das folgende Ergebnis für die Baukosten (brutto):

EnEV-Standard (alt und besser) 1.603 €/m2
Passivhausstandard 1.752 €/m2

Die Mehrkosten für den Passivhaustandard betragen nach dieser Auswertung etwas über 9%.

analyse durch architekten aus dem netzwerk eza!-partner

Ein Architekt aus dem Netzwerk eza!-partner analysierte die Baukosten anhand von Ausschreibungsergebnissen für Passivhaus und EnEV-Haus.

Das Ergebnis für ein Beispielhaus, Einfamilienhaus mit 120m2 Wohnfläche im gehobenen Standard:

EnEV-Standard (alt) 1.907 €/m2
Passivhausstandard 2.079 €/m2

Die Mehrkosten für den Passivhaustandard betragen nach dieser Auswertung 9% oder in absoluten Zahlen 20.600 €.

Achtung: Alle Vergleiche beziehen sich auf die alte EnEV (bis Herbst 2009 gültig). Derzeit gibt es noch keine Auswertungen mit der neuen EnEV 2009, die strengere Energievorgaben enthält. Damit ist zu erwarten, dass die Differenz zwischen Passivhaus und EnEV-Haus noch geringer wird.

Hinweis: Die Kosten beinhalten die Kostengruppen 300 (Bauwerk - Baukonstruktion) und 400 (Bauwerk - Technische Anlagen) und beziehen sich auf die Wohnfläche.

Manuel Allgaier

Dipl. Betriebswirt (FH)
Leitung Energieberatung
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