erster platz bei energie-effizienz-preis
10000 Euro Preisgeld für Allgäuer Bioladen "Der Ritterhof"
Clevere Details bringen dem Allgäuer Bioladen „Der Ritterhof“ den ersten Platz beim Energieeffizienz-Preis der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
„Statt viel Geld in die Kühltruhen zu stecken kühlen wir einfach den Raum mit einem sparsamen Lüfter durch kalte Nachtluft ab – das kostet uns lediglich 100 kWh Strom pro Jahr“, erklärt Michael Felkner. Diese und andere genial einfachen, aber wirkungsvollen Details brachten dem Allgäuer Architekten den mit 10.000 Euro dotieren Energieeffizienzpreis der KfW.
Das Rezept für den Erfolg: Man nehme einen alten Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert, baue einen mehrfach preisgekrönten Bioladen und ein großes Architekturbüro hinein, spezialisiere sich auf energetisches Bauen und Renovieren und sehe zu, dass das ganze am Ende Strom-neutral ist, kein Öl und Gas verbraucht. Architekt Michael Felkner führt am eigenen Objekt vor, wie man
mit geringstem Mitteleinsatz nicht nur eine äußerst effiziente Energieoptimierung
durchführt, sondern auch wie die Einsparungen schon in kürzester Zeit höher sind als die Investitionen.
Im Gegensatz zu Aldi-Nord, der gerade versuchsweise seine ersten Verbrauchermärkte im Passivhaus-Standard baut, hat Felkner den 0-Energie-Standard bereits vor 9 Jahren realisiert. Um diesen 0-Energie-Standard zu erreichen, bedarf es einer besonders guten Wärmeisolierung, einer kompletten Verschattungsmöglichkeit und den konsequenten Einsatz moderner energiesparender Technologien wie Solar- und Photovoltaikanlage oder Wandstrahlheizung. Maßnahmen wie der Umstieg auf stromsparende TFT-Displays oder konsequentes Abschalten von Energieverbrauchern, die im Standby-Betrieb unbemerkt und nutzlos Strom verbrauchen könnten, machen die Energieeinsparung perfekt.
eza!-partner architekturbüro felkner
Das Architekturbüro Michael Felkner gibt es seit 20 Jahren. In den letzten 10 Jahren hat sich das Büro auf das Bauen und Sanieren mit Passivhaustechnik spezialisiert. Seit einigen Jahren errichtet Felkner Wohnhäuser ausschließlich mit Passivhauskomponenten. Aber es geht ihm um mehr – dem Architekten sind
gesamtökologische Zusammenhänge wichtig. „Wir wollen das leben, was wir anderen predigen“, räumt der 48-Jährige ein. Deshalb auch der Naturkostladen – mit dem Bestreben, Erzeuger, Waren, Baustoffe, Handwerker aus der Region zu finden – um regionale Wertschöpfungskreisläufe zu stärken und um die Umwelt zu entlasten.
“Wir probieren neue Erkenntnisse ganz gerne erst einmal selbst aus, bevor wir fremde Bauherren als Versuchskaninchen missbrauchen“. Dennoch sind manche Bauherren bass erstaunt über den Erfolg der Felkner-Konzepte, so z. B. Ökobauer Hans-Willi
Planz aus Gau-Algesheim. Ihm hatte der engagierte Architekt zur Expansion seines Hof- und Naturkostladens 2002 ein Energie- Konzept erstellt. Jetzt braucht auch er weder Heizung noch Kühlung in seinem neuen Laden.
Interessierten führt der Preisträger seine Ideen und die Umsetzung
gerne vor.