allgäuer klimapioniere

Allgäuer „Mächler“ sind in Sachen Klimaschutz ihrer Zeit weit voraus

eza! fand echte Klimapioniere

Vielleicht liegt‘s an der Liebe zur Natur, vielleicht auch am Ruf der Allgäuer, richtige „Mächler“ zu sein. Wie auch immer, in Sachen Klimaschutz haben die Allgäuer echte Vorbildfunktion: So installierte Walter Zöhling aus Lindenberg (Westallgäu) schon 1974 die erste Solarthermie-Anlage für sein Brauchwasser. Er ist nur einer von zahlreichen „Allgäuer Klimapionieren“, die sich an einer Gemeinschaftsaktion von Allgäuer Festwoche und Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza) beteiligt haben. 
 
Vier Pioniere wurden schließlich, stellvertretend für alle, ausgesucht. Zum Beispiel Anton Fritsch aus Kempten, der 1976 eine Solaranlage für warmes Wasser in Eigenbau auf dem Dach montierte: „Man wurde damals schon sehr belächelt“, blickt der Tüftler zurück, „aber es macht dann schon stolz, wenn man sieht, dass man auch mit wenig Aufwand richtig was erreichen kann.“ Seine Anlage hat er immer wieder modifiziert und erst 2004 gegen professionelle Röhrenkollektoren ausgetauscht. „Mein Eigenbau hat bis dahin funktioniert und sich natürlich auch rentiert“, erzählt Fritsch.
 
Zugegeben: Manche dieser Eigenkonstruktionen hatten einen aus optischer Sicht eher herben Charme. Aber sie funktionierten. Und die Konstrukteure zeigten einen für die damalige Zeit erstaunlichen Weitblick: „Ich bin überzeugt, dass die Sonnenenergie ihre breite Anwendung finden wird“, schrieb Tüftler Walter Zöhling schon Mitte der 70er Jahre, also zu einer Zeit, als für Solaranlagen noch die Genehmigung der Landratsämter notwendig war.
 
Diesen Weitblick hatte auch Walter Kufner aus Hergensweiler (Westallgäu). Auch er fing mit Sonnenkollektoren an. Bereits 1992 montierte er eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach, die ihren Strom ins öffentliche Netz einspeiste. Damals erforderte dies noch viel Idealismus. Weil die Vergütung noch „lächerlich gering“ (Kufner) war, schaffte der passionierte Tüftler 1996 ein Elektroauto an, um den Strom sinnvoll zu nutzen. Weitere Experimente und Entwicklungen folgten noch.
 
Ebenfalls eine klassische Pionierleistung brachte Josef Füssinger zustande. Sein 1998 erbautes Passivhaus war das erste im Allgäu und mutmaßlich das zweite im gesamten Freistaat Bayern. Auch die Nutzung ökologischer Ausbaumaterialien war 1998 noch weit davon entfernt, Standard zu sein. „Wir sind heute noch sehr zufrieden mit unserem Haus“, so Füssinger „und brauchen pro Jahr mit 11 bis 12 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche, dies entspricht nur 1,1 bis 1,2 Litern Heizöl, sogar noch weniger Heizenergie als damals berechnet wurde.“
 
Die vier Beispiele stehen für viele gute Ideen, die Allgäuer Mächler vorangetrieben haben. Einige der hier nicht genannten haben das Thema Solarenergie auch zu ihrem Beruf gemacht und sind heute im Allgäu als Experten anerkannt. Sie waren es auch, die dazu beigetragen haben, dass das Allgäu heute im Bereich Solarenergie bundesweit führend ist. 

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