Zertifizierung Passivhaus
Qualitätsgeprüftes Passivhaus
Warum?
Der Bauherr erhält die Sicherheit, dass sein Gebäude den Energiestandard eines Passivhauses erreicht
Der Architekt oder Planer hat die Sicherheit, dass seine Planungen für den Energiestandard korrekt sind und sich das Gebäude als Passivhaus bei gutem Komfort beheizen und bewohnen lässt.
Wer zertifiziert?
- Die Zertifizierung erfolgt durch eza!
- eza! erteilt in Lizenz vom Passivhaus Institut Darmstadt das Zertifikat „Qualitätsgeprüftes Passivhaus“
Wie erfolgt die Zertifizierung?
Die Beantragung des Zertifikates erfolgt formlos.
Vorprüfung:
- Zur Vorprüfung, möglichst schon während der Planungsphase, müssen alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt werden. Eine Checkliste ist bei eza! erhältlich.
- eza! überprüft die Planungen und Berechnungen
- zum Abschluss der Vorprüfung erhält der Auftraggeber die Prüfergebnisse, ggf. mit Verbesserungsvorschlägen
Was kostet die Zertifizierung?
- Je nach Aufwand 800 bis 1.200 Euro für ein Einfamilienhaus.
- Der Aufwand hängt von der Komplexität des Gebäudes und von der Vollständigkeit der benötigten Unterlagen ab.
Kriterien für Passivhäuser mit Wohnnutzung
Passivhäuser sind Gebäude, in denen eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer mit extrem geringem Energieaufwand zu erreichen ist. Sie bieten erhöhten Wohnkomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/m²a und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/m²a.
Anforderungen an Gebäude für den Passivhaus-Standard
Die Realisierung von Passivhäusern stellt hohe Ansprüche an die verwendeten Komponenten:
- Bei der Wärmedämmung: U-Werte unter 0,15 W/(m2 K), bei freistehenden Einfamilienhäusern oft sogar unter 0,10 W/(m 2 K),
- wärmebrückenfreie Ausführung bei Bezug auf das Außenmaß,
- durch Drucktest nachgewiesene, ausgezeichnete Luftdichtheit, Drucktestluftwechsel bei 50 Pa Druckdifferenz kleiner 0,6 h -1 nach DIN EN 13829
- Verglasungen mit Ug-Werten unter 0,8 W/(m2 K) nach DIN EN 673 bei hohem Gesamtenergiedurchlassgrad (g <50 % nach EN 410), so dass auch im Winter Netto-Wärmegewinne möglich sind,
- Fensterrahmen mit Uf-Werten unter 0,8 W/(m2 K) nach DIN EN 10077-2,
- hocheffiziente Lüftungswärmerückgewinnung (hWRG <75 %, nach PHI Zertifikat oder nach DIBT Messwerten abzgl. 12%) bei niedrigem Stromverbrauch (<0,45 Wh/m³ befördertem Luftvolumen),
- niedrigste Wärmeverluste bei der Brauchwasserbereitung und -verteilung,
- hocheffiziente Nutzung von elektrischem Haushaltsstrom.
Die Wechselwirkungen zwischen den Komponenten und Anforderungen machen eine integrale Planung notwendig, mit welcher der Passivhaus-Standard erst erreicht werden kann. Dies ist der Fall, wenn rechnerisch nachgewiesen wird, dass die Passivhausgrenzen eingehalten werden, d. h.
- Energiekennwert Heizwärme < 15 kWh/(m²a),
alternativ spez. Heizlast < 10 W/m² - Drucktestluftwechsel n50 < 0,6 h-1
- Energiekennwert Primärenergie < 120 kWh/(m²a)
Dann kann eine Beheizbarkeit über die Lüftungsanlage in der Regel gewährleistet werden.
Standardgemäße Wohnnutzung
In allen Berechnungen wird von einer konstanten Raumtemperatur von 20 °C ohne Nachtabsenkung ausgegangen. In einem Gebäude mit sehr guter Wärmedämmung hat die Wirkung der Nachtabsenkung nur eine vernachlässigbar geringe Bedeutung. Die Temperatur von 20 °C wird im Regelfall durch eine adäquate Regelung des Heizsystems gewährleistet.
In einem Passivhaus ist aus energetischen und aus hygienischen Gründen eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung erforderlich. Da die gute Luftqualität in einem solchen Gebäude über die gesamte Heizperiode gewährleistet wird, kann und sollte während der Heizperiode auf Fensterlüftung verzichtet werden. Fenster können nach wie vor geöffnet werden, es ist aber nicht erforderlich. Es kann aber nur die Wärme der Wärmerückgewinnung in der Berechnung berücksichtigt werden. Eine unkontrollierte Fensterlüftung kann nicht berechnet werden.
Durch den Einsatz stromsparender Haushaltsgeräte, Beleuchtung und Hilfstechnik wird der Stromverbrauch und die sommerliche Kühllast spürbar gesenkt. Sofern vom Bauherren keine Angaben zu den eingesetzten Geräten erfolgen, werden für den Strombedarf Mittelwerte der am Markt verfügbaren Geräte eingesetzt. Eine ständig aktualisierte Datenbank der am deutschen Markt lieferbaren Geräte ist auf der Internetseite www.spargeraete.de/passivhaus erhältlich.
Das Passivhaus Institut bietet ein Standard-Nutzerhandbuch für Passivhäuser an, in das nur die projektspezifischen Daten nachgetragen werden müssen. Dies sollte Bauherren, Hauserwerbern oder Mietern zur Verfügung gestellt werden. Es ist als kostenloses Download auf der Internetseite www.passiv.de erhältlich.
Sommerlicher Wärmeschutz
Bei großen Fensterflächen nach Osten bzw. Westen geeignete Sonnenschutzmaßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz vorsehen. Für südgerichtete Flächen ist dies für ein optimales Klima empfehlenswert. Ausreichende Lüftung im Sommer ist wichtig, besonders nachts.
kurs passivhausplaner für fachleute
Das Passivhaus hat in den vergangenen 10 Jahren einen großen Aufschwung erlebt. Viele Passivhäuser wurden bereits gebaut und die Industrie hat mittlerweile eine Vielzahl an Produkten und Komponenten entwickelt.
Dabei ist allerdings die Qualität oft recht unterschiedlich. Gerade bei ihrem ersten Passivhaus machen Planer und ausführende Firmen häufig viele Fehler, die auch das Passivhaus leicht in Misskredit bringen können.
Der eza! Kurs Passivhausplaner ist eine Weiterbildung für Bauvorlageberechtigte nach den Landesbauordnungen, die bereits Erfahrungen mit dem energieoptimierten Bauen und Sanieren haben.
Der Kurs soll daher auf hohem Niveau ansetzen und Kenntnisse vermitteln, die bei Planung und Bau eines Passivhauses notwendig sind.