Allgäu

Wieder ein echtes Schmuckstück in zentraler Lage

Preisträger beim Wettbewerb Energiezukunft Altbau 2020

Nach der Sanierung
Nach der Sanierung
vor der Sanierung
vor der Sanierung
Julian und Matthias Übelhör
Julian und Matthias Übelhör
vor der Sanierung
vor der Sanierung
nach der Sanierung
nach der Sanierung
Technikraum
Technikraum
Heizkessel
Heizkessel
Bauherren mit Oma
Bauherren mit Oma
Detail Fenster
Detail Fenster
Detail Küche
Detail Küche

Erbaut im 19. Jahrhundert prägt das Haus der Familie Übelhör seit Generationen ganz wesentlich das Ortsbild von Heimenkirch. Nach der Komplettsanierung ist das Dreifamilienhaus in zentraler Lage wieder ein echtes Schmuckstück. Die Jury lobte deshalb vor allem die gute Lösung der sehr schwierigen gestalterischen Anforderungen. Die Gebäudehülle wurde mit sehr hochwertigen Materialien saniert. Auch bei der Haustechnik wurde auf zukunftsweisende Lösungen gesetzt. So sind die Wohnungen mit Komfortlüftungen ausgestattet. Die Wärmeversorgung erfolgt mit Scheitholz und Holzpellets durch erneuerbare Energien. Positiv merkte die Jury an, dass auf der Baustelle konsequent auf Müllvermeidung, Mülltrennung und Recycling geachtet wurde. Zudem sind viele alte Bauteile und Baustoffe wiederverwendet und gezielt eingesetzt worden.

„Es ist schön, dass dem Haus, in dem sich viele Familiengeschichten abgespielt haben, wieder neuer Glanz eingehaucht worden ist“, meint Julian Übelhör, der zusammen mit seinem Vater Michael und seinem Bruder Matthias bei der Sanierung kräftig angepackt hatte. „Die modern gestalteten Räumlichkeiten haben bei genauerer Betrachtung viel Charme aus dem alten Gebäude beibehalten, da viele Elemente und Baustoffe wieder auftauchen“, fügt er hinzu. Die Oma wohnte übrigens während der gesamten Umbauphase im Haus.

Maßnahmen

Das Mehrfamilienhaus mit ursprünglichem Baujahr von vor 1880 wurde zum Effizienzhaus 55 saniert.  Es entstanden 3 Wohneinheiten mit insgesamt  398 m² Wohnfläche. Die Wände im EG, OG 1 und 2 wurden mit 12 cm Zellulose  plus 6 cm Holzweichfaserplatten gedämmt und mit Holzschindeln gedeckt. Im Erdgeschoß wurden die Außenwände verputzt. 

Die Wände im Dachgeschoß wurden mit 24 cm Zellulosedämmung und 6 cm starken Holzweichfaserplatten versehen. Als Abschluß wurde wieder holzgeschindelt.

Der Sichtdachstuhl wurde mit einer 16 cm starken PU-Dämmung gedämmt. Die Bodenplatte erhielt eine 10 cm EPS-Dämmung. 

Es wurden Holzfenster mit 3-fach Verglasung verbaut. Die Heizung besteht aus einer Scheitholz-/Pelletsanlage mit Pufferspeicher und Frischwasserstation. Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt neben dem Lehmputz innen für ein gesundes und frisches Raumklima.

Das sagt Dieter Herz vom beauftragten Planungsbüro Herz & Lang:

„Das Beispiel zeigt, dass man mit Sachverstand aus einem Altbau ein absolut zukunftsfähiges Haus machen kann, das sich perfekt ins Umfeld einfügt.“

Technische Daten

Ht`= 0,30 W/(m²K)
Qp = 19 kWh/(m²a)
Qe = 70 kWh/ (m²a)
CO2 Emissionen: 0 kg/(m²a)
An = 549 m²
U-Wert Wand EG, OG 1, OG 2: 0,22 – 0,24 W/(m²K),  
U-Wert Wand DG: 0,14 W/(m²K)
U-Wert Dach: 0,15 W/(m²K) }U-Wert EG-Boden: 0,34 W/(m²K) }Uw-Fenster (Gesamt): 0,78 W/(m²K)

Projektdaten

Standort: 88178 Heimenkirch
Objekttyp: Mehrfamilienhaus
Baujahr: vor 1880
Sanierungszeitraum: 2018 - 2019
Investitionskosten: 700.000 €

Folgende eza!-Partner waren an dem Projekt beteiligt: