Allgäu
07. April 2022

Den Energieverbrauch kontrollieren und senken

Wir alle sollen Energie sparen – um unabhängiger von Energieexporten aus Russland und anderen Unrechtsstaaten zu werden, aber natürlich auch um den klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu senken. Viele fragen sich jetzt, wo kann ich denn noch was sparen? Und wie groß sind die Einsparpotenziale überhaupt? Um diese Fragen zu beantworten, macht es Sinn, zuerst den Wärme- und Stromverbrauch im Haushalt zu analysieren.

Stromrechnung bietet Vergleichsmöglichkeiten

Beim Strom hilft hier schon mal der Blick auf die Jahresabrechnung entscheidend weiter. Viele Anbieter geben hier nicht nur an, wieviel Kilowattstunden verbraucht worden sind, sondern zeigen auch auf, wie man mit seiner Haushaltsgröße im Vergleich zu anderen steht. Für einen Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus, in dem Wasser nicht elektrisch erwärmt wird, sind beispielsweise 2.900 Kilowattstunden oder weniger ein guter Wert. Mit elektrischer Warmwasserbereitung gehört man als Vierköpfige mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden oder weniger zu den sparsamen Haushalten – im Mehrfamilienhaus ist man unter 1.900 beziehungsweise unter 2.800 Kilowattstunden mit elektrischer Warmwasserbereitung sparsam.

Wärmebedarf hängt von vielen Faktoren ab

Beim Wärmeverbrauch wird die Sache schwieriger. Bei einer Gasheizung und einer Wärmepumpe hilft die Jahresrechnung weiter, bei Öl- und Holzheizungen sollte man den Einkauf gut dokumentieren, um den Verbrauch abschätzen zu können – oder man lässt einen Wärmemengenzähler installieren. Der Wärmeverbrauch hängt nicht nur von der Anzahl der Personen im Haushalt, sondern auch von der Wohnfläche und dem Zustand der Gebäudehülle ab. Für unsanierte Altbauten liegt ein Richtwert für Einfamilienhäuser bei circa 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche, was 20 Kubikmeter Gas oder 20 Liter Heizöl entspricht. Aber manche Altbauten kommen auch auf 30 Liter Heizöl pro Quadratmater im Jahr.

Minimaler Energieverbrauch beim Passivhaus

Seit den 80er Jahren wurde der Wärmebedarf von Wohngebäuden sukzessive gesenkt. Für Häuser, die nach 1996 gebaut worden sind, liegt der Richtwert bei ungefähr 100 Kilowattstunden und darunter, Neubauten haben höchsten 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr und ein Passivhaus benötigt nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter, dies entspricht umgerechnet 1,5 Liter Heizöl.

Besseres Gefühl für Energieverbrauch bekommen

Wer ein besseres Gefühl für seinen Energieverbrauch bekommen will, sollte regelmäßig den Zählerstand des Strom- und Gaszählers ablesen und dokumentieren. Das bietet sich monatsweise an. So kann man auch erkennen, welchen Effekt auf den Energieverbrauch das Absenken der Raumtemperatur, der Einsatz eines Sparduschkopfs oder andere Maßnahmen haben. Der regelmäßige Blick auf die Zähler schärft daneben das Bewusstsein für einen sparsameren Umgang mit Energie. Bestenfalls wird damit der Ehrgeiz geweckt, den Energieverbrauch Schritt für Schritt zu senken. Regelmäßig die Verbrauchsdaten zu dokumentieren, kann außerdem dabei helfen, Störungen zu entdecken. Steigt beispielsweise der Stromverbrauch von einem Monat auf den anderen unerklärlich stark an, deutet das auf den technischen Defekt eines Geräts oder einer Anlage hin.

Stromverbrauch über Nacht messen

Interessant ist es, auch einmal über Nacht den Stromverbrauch zu abzulesen. Damit könnte ein großer Standby-Verbraucher oder ein stromfressendes Kühlgeräte entdeckt werden. Mit Hilfe eines Energiekostenmessgeräts, auch Strommessgerät genannt, kann man das dann im Detail überprüfen. Das Gerät wird einfach zwischen Steckdose und Netzstecker des jeweiligen Elektrogeräts eingesteckt. Auf diese Weise kann nicht nur der Stromverbrauch im laufenden Betrieb, sondern auch im Standby-Modus ermittelt werden. Mit Hilfe des Messgeräts lässt sich zudem herausfinden, wie viel Strom und damit Energiekosten dank eines neuen Kühl- und Gefrierschranks oder eines Waschmaschinen-Austausch eingespart werden könnten. Ein Energiekostenmessgerät bekommt man im Baumarkt oder im Internet für zehn bis 15 Euro – eine Investition, die sich lohnt.
 

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