Allgäu
31. August 2022

Neues Projekt: Klimaneutrale Allgäuer:innen

Die Menschen im Allgäu lieben ihre Berge, Seen, Wälder und Flure. Viele von ihnen wollen die akute Klimakrise bekämpfen und einen Beitrag zum Klimaschutz sowie zum Erhalt der Natur und unserer Lebensgrundlagen leisten – hier im Allgäu und weltweit. Aber wie geht das am besten, lautet die Frage. Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) startet daher die Initiative klimaneutrale Allgäuerinnen und Allgäuer. Jede:r kann mitmachen. Ziel ist es, den eigenen Fußabdruck zu reduzieren, die verbleibenden CO₂-Emissionen zu kompensieren und damit Klimaschutzprojekte zu fördern – weltweit, aber auch im Allgäu.

Und so kann man klimaneutral werden: auf der Internetseite www.klimaneutrale-allgaeuer.de befindet sich ein CO₂-Rechner. Dort werden Angaben für verschiedene Lebensbereiche abgefragt – angefangen vom Energieverbrauch im Haushalt, über die Mobilität, das Urlaubs- und Konsumverhalten bis hin zur Ernährung. „Am Ende erhält man seinen ganz persönlichen CO₂-Fußabdruck“, erklärt eza!-Geschäftsführer Martin Sambale. „Aufgrund der Ergebnisse bekommen die Teilnehmer Tipps, wie sie in den einzelnen Bereichen ihren CO₂-Ausstoß verkleinern können. Jeder hat so seine Schwächen. Daran gilt es zu arbeiten“

In einem zweiten Schritt besteht dann die Möglichkeit, durch Kompensationszahlungen klimaneutrale Allgäuerin oder klimaneutraler Allgäuer zu werden. „Die Zahlung gleicht jeweils die Emissionen für ein Jahr aus“, erläutert Sambale. Wie bei einer Vereinsmitgliedschaft läuft die Verpflichtung weiter und jährlich besteht dabei die Möglichkeit die CO₂-Berechnung zu aktualisieren. Ist im nächsten Jahr der CO₂-Fußabdruck kleiner geworden, fällt die Kompensationszahlung auch geringer aus. „Wir wollen bei den Menschen ein Bewusstsein schaffen und sie dazu bewegen, ihren klimaschädlichen CO₂-Aussstoß zu senken. Die Verhaltensänderung steht im Vordergrund“, so Sambale.

„Aber auch die Kompensationszahlungen für Projekte im globalen Süden sind für den weltweiten Klimaschutz sehr wichtig“, betont Thomas Kiechle, Oberbürgermeister der Stadt Kempten und Vorsitzender der eza!-Gesellschafterversammlung, der die Initiative von Anfang an unterstützt und als Teilnehmer einer der ersten klimaneutralen Allgäuer überhaupt ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zwischen verschiedenen Klimaschutzprojekten wählen, die mit ihrer Kompensationszahlung gefördert werden. Sie alle erfüllen die höchsten Qualitätsstandards, erklärt Sambale – wie beispielsweise energieeffiziente Kochöfen in Burundi oder die Produktion von Biogas in Indonesien. Zudem würden für die Zahlungen auch Spendenquittungen ausgestellt.

Doch auch lokale Klimaschutzprojekte werden mit Hilfe der Kompensationszahlungen vorangetrieben, zeigt Sambale auf. Durch den Klimafonds Allgäu werden Projekte verschiedener Initiativen im Allgäu unterstützt – beispielsweise wurde bereits ein einfaches Elektrofahrzeug für den Verein Foodsharing Kempten, ein Klimakochbuch am Hildegardis-Gymnasium oder die Reaktivierung eines kleinen Wasserkraftwerks durch die Naturfreunde Sonthofen gefördert. „Wir wollen mit den klimaneutralen Allgäuerinnen und Allgäuern eine echte Bewegung auslösen und nachhaltige Impulse setzen“, erklärt Sambale. Und Kiechle ergänzt: „Klimaschutz ist eine Frage der Haltung. Auch kleine Schritte, wie beispielsweise bewusst beim Einkauf auf regionale Produkte zu setzen, bringen schon erste Einsparungen.“ Bei der Allgäuer Festwoche werden die klimaneutralen Allgäuerinnen und Allgäuer zum ersten Mal einem breiteren Publikum präsentiert, verbunden mit der Hoffnung auf viele Mitstreiter.

Jetzt mitmachen unter www.klimaneutrale-allgaeuer.de

 

Website des Projekts klimaneutrale Allgäuerinnen und klimaneutrale Allgäuer