Allgäu
30. Januar 2020

Berufsschule Mindelheim macht sich auf den Weg zur Klimaschule

Mit dem Programm Klimaschule wird die Staatliche Berufsschule Mindelheim mit Burkhart-Grob-Schule und den Außenstellen Bad Wörishofen und Memmingen in allen Bereichen für das zentrale Schlüsselthema unserer Zeit „Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften“ sensibilisiert. Bei der Auftaktveranstaltung im voll besetzten Forum Mindelheim wurde den Schülern, Kommunalpolitikern, aber auch mehreren Schulleitern aus der Region das Konzept Klimaschule vorgestellt.

Der Kern: Klimaschutz und Nachhaltigkeit sollen ganzheitlich in den Schulalltag integriert werden. Das betrifft den Unterricht selbst mit den Lehrinhalten, das Schulleben, die Beschaffung, die Schulgebäude, aber auch die Schüler- und Lehrermobilität. Begleitet werden die Schüler und Lehrer dabei von eza!.

"Natürlich strahlt das Thema bei erfolgreicher Umsetzung dann auch auf das Privatleben sowie das Arbeitsumfeld in den Unternehmen ab, wo die Schüler arbeiten", lautet die Erfahrung von Dr. Hans-Jörg Barth von eza!, der auch schon das Hildegardis Gymnasium Kempten erfolgreich auf dem Weg zur Klimaschule betreut hat. Bewusstseinsbildung zum Thema Klimaschutz, Klimawandel und Klimawandelanpassung sei eine zentrale Aufgabe unserer Zeit, so Barth. Jugendliche würden hier die wichtigste Zielgruppe darstellen, die man mit dem Projekt Klimaschule gut erreichen könne.

Die wichtigsten Ziele der „Klimaschule“ lauten demnach:

  • Aufbau von Strukturen in der Schule: verantwortliche Lehrer, Projektteam, Schüler-AG Klimaschutz, Klimabotschafter
  • Erstellung eines umfassenden CO2-Fußabdrucks
  • Erarbeitung eines Maßnahmenplans für die Schule zur CO2-Einsparung
  • Umsetzung der Klimaschutzprojekte aus dem Maßnahmenplan

Am Ende steht die Zertifizierung und Auszeichnung zur Klimaschule. Die Berufsschule Mindelheim ist die erste Berufsschule südlich von Hamburg überhaupt, die sich auf den Weg macht, Klimaschule zu werden. Begleitet wird die Berufsschule Mindelheim dabei von eza! und dem Landkreis Unterallgäu.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung von Sebastian Hartmann (eza!), betonte Andreas Müller, Geschäftsführer der Alois Müller Gruppe, dass sich Klimaschutz auf jeden Fall für eine Unternehmen lohne. Er zeigt mit seiner Green Factory in Ungerhausen, wie es geht, nahezu CO2-neutral zu produzieren.

Kritisch nachfragen und auch als Verbraucher nicht alles akzeptieren, was einem die profitorientierten Konzerne vorsetzen, ist nach Ansicht von Andreas Brugger, Schüler der Berufsschule Mindelheim, sehr wichtig. Dass jeder etwas bewirken kann, betonte Frithjof Finkbeiner von der Plant for the Planet Foundation. Der Menschheit würden keine zehn Jahre mehr bleiben, um eine drastische Senkung des CO2-Ausstoßes das 1,5-Gradziel zu erreichen. Dafür müsse jeder einen Beitrag leisten, so Finkbeiner. Landrat Hans-Joachim Weirather machte klar, dass Klimaschutz und die erforderliche Transformation der Gesellschaft nur gemeinsam möglich ist, ohne einzelne Akteure an den Pranger zu stellen.