Allgäu
17. Mai 2019

Energietipp: Mit Baubegleitung Bauschäden vermeiden

Energieoptimiertes Bauen und Sanieren erfordert ein umfassendes Detailwissen aller Beteiligten. Wichtig ist aber auch eine gute Koordination der Gewerke an den verschiedenen Schnittstellen. Dafür sorgt eine erfahrene und kompetente Baubegleitung. Letztere hilft kostspielige Fehler bereits im Ansatz zu vermeiden.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass viele Bauherren auf einen Architekten oder einen qualifizierten Bauleiter beim vielleicht wichtigsten Projekt ihres Lebens verzichten – vor allem aus Kostengründen. Dabei lohnt sich der Einsatz eines Baufachmanns bereits in der Planungsphase. So lassen durch einen gut durchdachten Grundriss die Baukosten spürbar senken. Später überprüft der Baubegleiter die Angebote der Handwerksfirmen – auch das sorgt häufig für mehr Kosteneffizienz und Kostensicherheit. Als Laie kann man nämlich in der Regel die Leistungen in der Ausschreibung nicht exakt genug definieren – und erhält damit oft schlecht vergleichbare Angebote und auch häufiger teure Zusatzleistungen.

In der Bauphase achtet dann ein professioneller Baubegleiter nicht nur auf die korrekte Ausführung der einzelnen Arbeiten, er schaut vielmehr auch auf das große Ganze. Bei ihm laufen die Fäden zusammen. Ein wichtiger Aspekt – insbesondere bei einer energetischen Sanierung. Hier müssen nämlich die einzelnen Maßnahmen – auch was die Ausführung angeht – gut aufeinander abgestimmt sein. Es gilt bauphysikalische Zusammenhänge zu beachten, andernfalls drohen gravierende Bauschäden. Letztere kosten nicht nur Nerven, sondern auch viel Geld.

Laut einer Untersuchung des Instituts für Bauforschung und des Bauherren-Schutzbundes von über 2.000 Bauhaftpflichtschadensfällen ist nicht nur die Höhe der durchschnittlichen Bauschadenkosten auf einen Betrag im hohen fünfstelligen Bereich gestiegen. Auch die Zahl der Baumängel nimmt demnach kontinuierlich zu. Letzteres liegt auch daran, dass das Bauen immer komplexer wird. Die Experten vom Institut für Bauforschung und vom Bauherren-Schutzbund raten daher ebenfalls dringend zu einer qualifizierten Baubegleitung – nicht nur beim Bau eines neuen Hauses oder der Komplettsanierung eines Bestandsgebäudes, sondern auch bei Einzelmaßnahmen wie einer Fassaden- oder einer Dachdämmung.

Zumal es dafür von staatlicher Seite ein attraktives Förderprogramm gibt. So schießt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bis zu 4.000 Euro für die Baubegleitung und eine energetische Fachplanung beim energieeffizienten Bauen und Sanieren zu. Ziel ist es, mit einer neutralen Beratung durch einen Fachmann die Umsetzung von tatsächlich nachhaltigen, zukunftsfähigen Konzepten zu garantieren und Bauschäden zu vermeiden. Zu den Aufgaben der Sachverständigen, die die fachlichen Anforderungen der KfW erfüllen müssen, zählen unter anderem die Antragsstellung für KfW-Förderprogramme, die Planung von Baudetails sowie von Lüftungs- und Heizungskonzepten, die Prüfung von Leistungsverzeichnissen und Angeboten bis hin zur Überwachung der Bauausführung und die Qualitätssicherung – alles Dinge, mit denen der Bauherr im Normalfall überfordert ist, die aber für das Gelingen eines Projekts von großer Bedeutung sind. Neben der KfW bieten auch einzelne Kommunen wie die Stadt Kempten oder die Landkreise Ober- und Ostallgäu ihren Bürgern zusätzliche Förderprogramme für die Baubegleitung an.

Kompetente Baubegleiter findet man beispielsweise über die Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) unter www.energie-effizienz-experten.de oder mit Hilfe der Suchfunktion Fachleute finden und der Eingabe „Baubegleitung“ unter

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Die Erfahrung zeigt: Die Baubegleitung durch einen Planer oder Architekten hilft, Bauschäden und Mehrausgaben zu vermeiden. Foto: eza!