Allgäu
17. Mai 2019

Zubau bei erneuerbaren Energien weltweit nicht mehr auf Wachstumskurs

Es ist ein alarmierendes Signal: Erstmals seit 2001 gab es 2018 keinen Zuwachs bei der neu installierten Erneuerbaren-Leistung im Vergleich zum Vorjahr. Im vergangenen Jahr seien Photovoltaik-, Windkraft, Biomasse- und andere Erneuerbaren-Anlagen mit rund 180 Gigawatt zugebaut worden, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Dieser Wert liege etwa auf dem Niveau des Jahres davor und entspreche nur rund 60 Prozent des Netto-Zubaus, der für das Erreichen der langfristigen Klimaziele notwendig sei. Nach Schätzungen der IEA müssten dafür jährlich mehr als 300 Gigawatt Erneuerbaren-Leistung neu installiert werden. Die energiebedingten CO2-Emissionen seien im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent angestiegen. Der IEA zufolge erreichten sie ein historisches Hoch von 33 Gigatonnen.

Einer der Gründe für die Stagnation beim Ausbau der erneuerbaren Energien: Mit 97 Gigawatt blieb der Zubau bei der Photovoltaik 2018 unter den Erwartungengen. Experten waren erstmals von einem Überschreiten der 100 Gigawatt-Marke bei der neu installierten Photovoltaik-Leistung auf Jahresbasis ausgegangen. Doch der chinesische Politikwechsel Ende Mai 2018 verhinderte dies. China hat seine Subventionspolitik für PV-Projekte angepasst und damit den Zubau von Solaranlagen im Land gebremst. Hinzu komme, so die IEA, dass der Windkraftausbau in Europa und Indien weniger stark als erwartet ausfiel.

„Die Welt kann es sich nicht leisten, auf ‚Pause‘ beim Zubau der Erneuerbaren zu drücken, und die Regierungen müssen schnell handeln, um die Situation zu korrigieren und einen schnellen Fluss an neuen Projekten zu entfesseln“, fordert IEA-Direktor Fatih Birol. Die Erneuerbaren seien dank der starken Kostenreduktion nicht mehr so stark von finanziellen Anreizen abhängig. Sie brauchten vor allem langfristig stabile Rahmenbedingungen, so Birol.

zum Bericht der internationalen Energieagentur

Der Ausbau der erneuerbaren Energien stagniert weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Energieagentur (IEA). Foto: eza!