Allgäu
25. Oktober 2021

Welche Einzelmaßnahme hat welchen Einspareffekt?

Mit einer energetischen Sanierung kann der Energiebedarf eines Gebäudes um 80 Prozent gesenkt werden. Das funktioniert jedoch nur mit einer Komplettsanierung – davor scheuen aber viele Hausbesitzer aus Kostengründen zurück. Bleibt die kleine Lösung mit Einzelmaßnahmen: dämmen, Fenster austauschen, die Heizung erneuern. Aber welche Maßnahme hat welchen Einspareffekt?

Größtes Einsparpotenzial durch Fassadendämmung

Bei einem Gebäude, dessen Heizsystem bereits mit Brennwerttechnik arbeitet, ist ganz klar die Fassadendämmung die Maßnahme mit dem größten Einsparpotenzial. Dabei gilt: je älter das Haus, desto größer ist der Effekt. Bei Häusern, die vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung im 1977 gebaut wurden und daher in der Regel keine Wärmedämmung aufweisen, amortisiert sich eine Fassadendämmung meist binnen weniger Jahre, vor allem dann, wenn sowieso ein Gerüst aufgestellt wird, weil ein neuer Anstrich fällig ist oder der Putz erneuert werden muss. Wichtig: wenn man sich zu einem solchen Schritt entscheidet, dann sollte man bei der Dämmstoffstärke nicht sparen. Denn der entscheidende Kostenfaktor ist hier die Arbeitszeit des Handwerkers. Und die bleibt ungefähr gleich, egal wie dick die Dämmung ist.

Verschiedene Varianten bei der Dachdämmung

Rund 20 Prozent der Wärme eines unsanierten Einfamilienhauses gehen immerhin über das Dach verloren. Da es für die Dachdämmung recht günstige Lösungen gibt, wird diese Maßnahme gerne umgesetzt. Bei einem nicht bewohnten Dachboden bietet sich die Dämmung der obersten Geschossdecke an. Etwas aufwändiger sind die Untersparren- oder Zwischensparrendämmung. Am teuersten ist die Aufsparrendämmung. Sie ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden muss. Insgesamt gilt auch bei der Dachdämmung: nicht bei der Dämmstärke sparen.

Kellerdeckendämmung ist günstig

Die Kellerdeckendämmung ist günstig und kann bei einem gewissen handwerklichen Geschick selbst vorgenommen werden. Auch wenn hier der Energieeinspareffekt verglichen mit den zuvor beschriebenen Maßnahmen geringer ist, lohnt sich die Kellerdeckendämmung auf jeden Fall – zumal damit der Wohnkomfort in den Räumen darüber deutlich steigt.

Erst Fassade dämmen, dann Fenster austauschen

Von vielen Hausbesitzern überschätzt wird die Energieeinsparung von neuen Fenstern. Diese bringen ähnlich viel wie eine Kellerdeckendämmung, der Einspareffekt kann aber je nach Zustand der alten Fenster auch höher sein – insbesondere dann, wenn einfachverglaste Fenster verbaut sind, was allerdings nur noch sehr selten der Fall ist. Auf jeden Fall sollte man beim Fenstertausch zu dreifachverglasten Modelle greifen. Aber Achtung: wer seine Fenster und Türen erneuert, sollte unbedingt das Lüftungsverhalten anpassen, sonst droht Schimmelgefahr. Mit den alten, zugigen Fenstern waren das Lüften und damit der Abtransport der Luftfeuchtigkeit über geöffnete Fenster nicht so wichtig. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn der Fenstertausch nicht mit einer Fassadendämmung kombiniert wird. In diesem Fall ist nicht mehr die Fensterscheibe, sondern das Mauerwerk der kälteste Bereich der Gebäudehülle. Infolgedessen schlägt sich die Luftfeuchtigkeit häufig in den Fensterlaibungen oder in den Wandecken

nieder. Daher zuerst die Fassade dämmen und dann die Fenster austauschen oder besser noch beide Maßnahmen zusammen durchführen.

Komfortgewinn durch Lüftungsanlage

In diesem Zusammenhang sei auch einmal mehr auf die Vorteile einer Komfortlüftungsanlage hingewiesen. In der kalten Jahreszeit geht beim Fensterlüften viel Wärme verloren. Dank der Wärmerückgewinnung sind die Wärmverluste mit einer Komfortlüftungsanlage minimal.

Heizen mit erneuerbaren Energien

Fehlt noch der Austausch der alten Heizung. Je nach Vorgängermodell lässt sich mit einem modernen Heizsystem viel Energie und Geld sparen. Am besten wählt man gleich ein System, das auf erneuerbaren Energien basiert wie Holzpellets oder Wärmepumpe gerne kombiniert mit Solarwärmeanlage und auch zum Gebäude passt. Sinnvoll ist es, zuerst die Gebäudehülle zu dämmen und erst danach die Heizung zu erneuern. Geht man umgekehrt vor, ist die Heizung häufig überdimensioniert. Am Ende noch der Hinweis auf Maßnahmen, die wenig Geld kosten: so lässt sich mit dem hydraulischen Abgleich des Heizsystems durch einen Fachmann Heizenergie sparen. Auch eine optimale Einstellung der Regelung und das Dämmen der Heizungsrohre im Keller sind schnell erledigt und sparen Energie.

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