Historisches Stadtbild bewahrt – denkmalgerechte Restaurierung der Giebelelemente

Bestand

Die Villa Maria in der Kurfürstenstraße zählt zu den architektonischen Juwelen Marktoberdorfs. Das 1897 errichtete Gebäude ist ein herausragendes Beispiel für den spätgründerzeitlichen Historismus und gilt mit seinem charakteristischen Halbwalmdach, dem rustizierten Erdgeschoss und den Fachwerkelementen im Schweizerhaus-Stil als architektonisches Zeitzeugnis der späten Gründerzeit.

Aufgrund ihrer exponierten Lage prägt die Villa seit Jahrzehnten das Stadtbild und zählt zu den städtebaulichen Aushängeschildern Marktoberdorfs. Besonders der reich verzierte Giebel bestimmte über viele Jahre das Erscheinungsbild des Hauses.

Die historische Bausubstanz brachte jedoch auch einen deutlichen Sanierungsbedarf mit sich: Die Giebelelemente waren in Teilen stark beschädigt, das Sonnenrad im Ziergebälk war gar nicht mehr vorhanden.

Das Gebäude befindet sich seit über 100 Jahren im Besitz derselben Familie. 2023 ging es an Thomas Linsmayer über, der es 2024 freiwillig in die Denkmalliste eintragen ließ. Seither steht die Villa Maria offiziell unter Denkmalschutz.

Nutzungskonzept / Planung

Im Mittelpunkt des Projekts stand nicht die Umnutzung, sondern der behutsame Erhalt der historischen Substanz. Ziel war es, die markanten Giebelelemente denkmalgerecht zu restaurieren und den historischen Charakter des Gebäudes vollständig zu bewahren.

  • Freiwillige Eintragung in die Denkmalliste durch den Eigentümer (2024)
  • Intensive Abstimmung mit der Denkmalbehörde vor Beginn der Arbeiten
  • Freigabe für die Erhaltungsmaßnahmen mit klaren Vorgaben zur Umsetzung
  • Grundsatz: nur schadhafte Bereiche austauschen und fehlende ergänzen – die historische Holzkonstruktion selbst bleibt erhalten
  • Sorgfältige Planung und Dokumentation jeder einzelnen Maßnahme
  • Vorgesehene Fortführung: Restaurierung der Verzierungen an der Ostseite als nächster Bauabschnitt

Sanierungsmaßnahmen

Die denkmalgerechte Restaurierung der Giebelelemente wurde vollständig durch die Holzbau-Abteilung der Ernst Höbel GmbH ausgeführt. Dabei verband das Team moderne Maschinentechnik mit traditioneller Handarbeit, um die filigranen Verzierungen möglichst detailgetreu wiederherzustellen.

  • denkmalgerechte Restaurierung der markanten Giebelelemente
  • exakte Rekonstruktion der beschädigten Holzteile im Sinne des Originals
  • Einsatz traditioneller Holzverbindungstechniken
  • Verwendung witterungsbeständiger Materialien
  • handgedrechselte Zierzapfen
  • vollständige Neuanfertigung des nicht mehr vorhandenen Sonnenrads
  • Neuschnitzen der Verzierungen an der Westseite

Besonderheiten

  • Bauen im Bestand in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde
  • Kombination aus moderner Maschinentechnik und traditioneller Handwerkskunst
  • Rekonstruktion eines vollständig verlorenen Zierelements (Sonnenrad)
  • Erhalt der originalen Holzkonstruktion – Austausch ausschließlich schadhafter Bereiche
  • exponierte Lage: Die feinen Schnitzereien waren erst nach Gerüststellung aus der Nähe zugänglich
  • Fortsetzung der Zusammenarbeit geplant (Ostseite als nächster Abschnitt)

 

Folgende eza!-Partner waren an dem Projekt beteiligt: