18. September 2026

Neues von den Heizungsverstehern

Die Aschekästen der beiden Pelletskessel waren so voll, dass schon die Störungsmeldung aufleuchtete. „Die Anlage hat sich deshalb selbst abgeschaltet“, erzählt eza!-Heizungsversteher Patrick Fischer. Nicht das einzige Problem, das bei der turnusmäßen Anlagenbesichtigung im Rahmen des Kommunalen Energiemanagements im Heizkeller des Veranstaltungsgebäudes einer Allgäuer Gemeinde zutage trat. Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass es mit dem Einbau einer neuen Heizung allein nicht getan ist, meint Patrick Fischer und hat dabei wichtige Tipps für alle Auftraggeber, egal ob Kommunen, Unternehmen oder private Hausbesitzer – aber dazu später mehr.

Vor einem Jahr installiert

Erst vor gut einem Jahre war die neue Anlage in dem gemeindeeigenen Veranstaltungsgebäude installiert worden. Danach hatte sich offensichtlich niemand mehr für die Heizung wirklich verantwortlich gefühlt, so der Eindruck des eza!-Heizungsverstehers nach seiner Visite. Patrick Fischer: „Hier herrscht ein akuter Wartungsstau.“

Legionellen-Gefahr

Wahrscheinlich wäre zuerst mal gar nicht aufgefallen, dass sich die Heizungsanlage abgeschaltet hat, glaubt Fischer. „Und das hätte Folgen gehabt“, fügt der eza!-Experte hinzu. Denn in den alten Warmwasserleitungen wäre über längere Zeit kein heißes Wasser mehr geflossen, was die Legionellen-Konzentration auf ein gesundheitsgefährdendes Maß hätte ansteigen lassen.

Wichtige Unterlagen fehlen

Was Patrick Fischer neben dem Wartungsstau auch gleich auffiel: der ausführende Heizungsbauer hatte sich bei der Installation der Anlage im vergangenen Jahr nicht einmal die Mühe gemacht, die verschiedenen Heizkreisläufe zu beschriften. Und ein Anlagenbuch mit den wichtigsten Daten zur neuen Heizung, wie es jeder gute Handwerksbetrieb anlegt und anschließend dem Hausbesitzer übergibt, fehlte ebenso wie das Inbetriebnahmeprotokoll.

Unsinnige Ladestrategie der Pufferspeicher

Zum Gesamtbild passt auch, dass die Anlage nicht richtig eingestellt wurde. Bestes Beispiel dafür ist die nicht zur Gebäudenutzung passende Ladestrategie für die sechs Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von 6.000 Litern. „Selbst im Sommer bei über 30 Grad Außentemperatur und geringem Wärmebedarf wurden alle sechs Pufferspeicher komplett aufgeheizt“, berichtet Fischer und schüttelt angesichts der damit verbunden Energieverschwendung den Kopf. „Wie so häufig wurden auch hier einfach die Standardeinstellungen übernommen und nicht an die Gebäudenutzung angepasst.“

Gute Planung und Verantwortlichekeit klären

Laut Patrick Fischer und seinem Kollegen Rainer Moll ist das geschilderte Beispiel kein Einzelfall. Bei ihren Gebäudebegehungen im Rahmen des kommunalen Energiemanagement stoßen die beiden immer wieder auf Anlagen, die nach dem Einbau einfach ihrem Schicksal überlassen werden – getreu dem Motto „Nach uns die Sintflut“. Und die Kritik der Heizungsversteher richtete sich dabei nicht nur an die Handwerksbetriebe, sondern ausdrücklich auch an die Hausbesitzer, beispielsweise die Kommunen. Die Verantwortlichen in den Rathäusern müssten sich intensiv mit der Planung beschäftigen, vorab klären, wer sich später in welcher Form um die Heizungsanlage kümmert, Abnahmetermine vereinbaren, turnusmäßige Wartungsarbeiten in Auftrag geben und idealerweise externe Fachleute wie die eza!-Heizungsversteher frühzeitig ins Projekt einbinden. Immerhin gehe es dabei ja häufig um Investitionen im sechsstelligen Bereich.

Heizungsversteher kommen auch zur Übergabe

Übrigens: Auf Wunsch kommen Fischer und Moll auch zur Übergabe der Heizungsanlage und kontrollieren, ob tatsächlich alles ordnungsgemäß ausgeführt und eingestellt ist. Die Heizungsversteher haben dabei einen weiteren wichtigen Tipp: die Schlussrate der Handwerkerrechnung erst dann bezahlen, wenn wirklich alles passt und korrekt abgewickelt ist.

Mehr zum kommunalen Energiemanagement von eza!

Heizungsversteher Patrick Fischer
Heizungsversteher Rainer Moll
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