Die Heizungsanlage in den Sommerurlaub schicken

Am 30. Mai endet üblicherweise die Heizperiode. Viele Heizungsanlagen sind aber selbst dann noch nicht auf den Sommerbetrieb umgestellt worden - ohne dass dies den Nutzerinnen und Nutzern bewusst ist. Das führt zu unnötigem Verbrauch von Gas oder Öl sowie zu zusätzlichem Strombedarf durch die Heizungspumpe. Das ist nicht nur schlecht für den Geldbeutel, sondern belastet auch die Umwelt durch vermeidbare CO₂-Emissionen.

Vorsicht bei automatischer Umstellung

Dabei verfügen die meisten modernen Heizungsanlagen über eine automatische Umschaltung vom Winter- in den Sommerbetrieb. In dieser Einstellung wird lediglich Warmwasser erzeugt, während die Raumheizung deaktiviert bleibt. Allerdings arbeitet diese Automatik häufig mit einer außentemperaturgeführten Regelung. Sinkt die Außentemperatur unter einen festgelegten Grenzwert – oft etwa 20 Grad Celsius – springt die Heizung wieder an. Gerade in den frühen Morgenstunden, wenn die Temperaturen selbst im Sommer unter diesen Wert fallen, schaltet die Anlage daher häufig in den Heizmodus, obwohl die Räume ausreichend warm sind.


In die Bedienungsanleitung schauen

Um diesen unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Heizungsanlage spätestens jetzt manuell auf reinen Warmwasserbetrieb umzustellen. Allerdings bieten nicht alle Anlagen diese Option. In der Bedienungsanleitung finden sich in der Regel Hinweise, ob und wie die Umstellung vorgenommen werden kann. Die meisten Heizungsanlagen verfügen zudem über Zeitprogramme. Damit bietet sich die Möglichkeit, die Anlage nur abends in den Heizbetrieb zu versetzen, falls es einem doch noch zu kühl ist. Gleichzeitig sollte dann der Absenkbetrieb auf die minimalste Raumtemperatur eingestellt sein.

Weit verbreiterter Trugschluss

Wichtig: Wer meint, es reiche aus, im Sommer einfach nur die Heizkörper runterzudrehen, der irrt. Tatsächlich wird dann bei vielen Anlagen das Heizwasser im Kessel weiterhin vorgewärmt, selbst wenn die Thermostate auf null stehen. Auch die Umwälzpumpe bleibt in Betrieb. Besonders deutlich zeigt sich dieses Problem bei älteren Einrohrheizsystemen, die noch häufig in Mehrfamilienhäusern zu finden sind. Hier zirkuliert das Heizwasser kontinuierlich durch eine Ringleitung, die alle Wohnungen versorgt. Selbst bei geschlossenen Heizkörpern wird so Wärme abgegeben, da Vor- und Rücklauf an derselben Leitung angeschlossen sind.

Thermostatventile öffnen

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Thermostatventile an den Heizkörpern. Nach der Umstellung auf den Sommerbetrieb sollten diese nicht geschlossen, sondern vollständig geöffnet werden. Der Grund: Während der Heizpause kann es sonst zu Ablagerungen oder Blockaden im Ventil kommen, die im Herbst dazu führen, dass sich die Temperatur nicht mehr richtig regulieren lässt. Ein geöffnetes Ventil verhindert dieses Problem und sorgt für eine längere Lebensdauer der Technik.



Durch eine konsequente Umstellung auf den Sommerbetrieb lässt sich der jährliche Energieverbrauch um fünf bis 15 Prozent senken lässt. Das ist ein spürbarer Unterschied – sowohl finanziell als auch ökologisch. Es lohnt sich daher, die Einstellungen der eigenen Heizungsanlage regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Beim Hausmeisterdienst nachfragen

Für Mieterinnen und Mieter lautet der Rat: ruhig mal beim Hausmeisterdienst beziehungsweise bei der Vermieterin oder dem Vermieter nachfragen, ob die Heizungsanlage auf den Sommerbetrieb umgestellt ist. Denn wird Energie unnötig verbraucht, bezahlt man das als Mieterin und Mieter über die Nebenkostenabrechnung.

 

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Dieser Energietipp ist im Rahmen des Projektes SaveEnergyTogether entstanden, das durch das LIFE-Programm der Europäischen Union unter der Fördernummer 101120878 kofinanziert wird.

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