Gebrauchtes E-Auto kaufen – darauf sollte man achten

Der Stopp an der Tankstelle tut angesichts der hohen Preise für Benzin und Diesel weiterhin weh. Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautofahrern fühlen sich dagegen beim Anblick der hohen Spritpreise in ihrer Entscheidung bestätigt. Kein Wunder, dass das Interesse an E-Autos allgemein steigt. Die gute Nachricht: inzwischen ist auch das Angebot an gebrauchten Fahrzeugen deutlich gestiegen.

Leasingrückläufer als junge Gebrauchte 

Bei vielen Angeboten, die man auf den einschlägigen Portalen wie www.mobile.de oder www.autoscout24.de findet, handelt es sich um sogenannte junge Gebrauchte also Leasingrückläufer im Alter von zwei bis vier Jahren. Diese Fahrzeuge sind meist in gutem Zustand und weisen eine überschaubare Laufleistung auf. Generell ist die Marktsituation für potenzielle Käufer eines gebrauchten E-Autos derzeit günstig, weil viele Modelle vergleichsweise preiswert zu kaufen sind. Damit werden gebrauchte E-Autos zur echten Alternative für Benziner oder Diesel. Hinzukommt, dass die Gesamtkosten von E-Autos meistens günstiger sind als für vergleichbare Verbrenner-Modelle, wenn man den Wertverlust, Reparatur- und Wartungskosten, Versicherung und Steuer sowie die Strom- beziehungsweise Treibstoffkosten berücksichtigt.


Frage nach Reichweite

Ganz wichtig ist es, sich vorab Gedanken über die tatsächlich benötigte Reichweite zu machen. Muss es wirklich ein Modell sein, mit dem man 500 bis 600 Kilometer weit kommt? Wer ein Elektroauto als Zweitwagen oder ein Pendler-Fahrzeug sucht, kann auch auf ein Modell mit kleinerer Batterie setzen, das günstiger ist. Klein- bis Mittelklassefahrzeuge schaffen bei defensiver Fahrweise Reichweiten von 250 bis 400 Kilometern, was im Alltag voll ausreicht. Ähnliches gilt in Sachen Schnellladeleistung. Die sollte nur dann hoch sein, wenn häufig lange Strecken gefahren werden.

Akkus halten sehr lange

Was aktuell wohl noch viele potenzielle Käufer eines gebrauchten E-Autos verunsichert, ist die Angst davor, der Akku könnte bereits deutlich an Kapazität verloren haben. Zahlreiche Studien und Test zeigen jedoch, dass die Bedenken unbegründet sind und die Batterien auch nach hohen Laufleistungen noch leistungsfähig sind. Das Stuttgarter Technologie-Beratungsfirma P3 kam nach der Analyse von 7.000 Elektroautos zu dem Ergebnis, dass in der Regel 200.000 bis 300.000 Kilometer für ein E-Auto kein Problem sind. Im Schnitt, so die P3-Analyse, liegt die Batteriekapazität nach etwa 100.000 Kilometer bei gut über 90 Prozent. Danach verschlechtert sich der Wert nur langsam. Damit sind Laufzeiten von 15 Jahren und mehr für E-Autos absolut realistisch.


Dennoch sollte man sich vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens absichern und vom Verkäufer ein aktuelles Batteriezertifikat geben lassen. Der ADAC nennt dazu auch Richtwerte: Bei 150.000 Kilometer sollten es beispielsweise noch mindestens 84 Prozent sein. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang auch die Garantieregeln: Inzwischen hat sich bei den meisten Herstellern eine Garantiezusage von acht Jahren oder 160.000 Kilometern etabliert. Ein Garantiefall liegt dann vor, wenn die Restkapazität eine vom Hersteller definierte Grenze – meist 70 Prozent unterschreitet.

Probefahrt und Prüfung auf Unfallschäden 

Darüber hinaus sollten Käufer von gebrauchten E-Autos die gleichen Tipps beachten wie beim Gebrauchtwagenkauf von Verbrenner-Fahrzeugen, also zum Beispiel Probefahren und die Karosserie auf Rost und Unfallschäden prüfen. Der Verkäufer sollte möglichst genau Auskunft zur Historie des Fahrzeugs geben können.
 

 

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