Den Speicher netzdienlich einsetzen
Über zwei Millionen Heimspeicher sind inzwischen in Deutschland im Einsatz, meist in Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach. Die in Privathäusern verbauten Batteriespeicher leisten jetzt schon einen wichtigen Beitrag für die Energiewende. Dieser könnte aber noch deutlich größer sein, wenn man die enorme Kapazität der Heimspeicher netzdienlich betreiben würde.
Speicher zu früh voll
Aktuell werden nämlich die allermeisten Heimspeicher aufgeladen, sobald die hauseigene Photovoltaikanlage mehr Energie liefert, als im Haus verbraucht wird. Das führt an sonnigen Tagen dazu, dass die Akkus meist schon am frühen Vormittag voll sind und dann alle privaten PV-Anlagen zeitgleich ins Netz einspeisen. Dabei würde es das Stromnetz spürbar entlasten, wenn in den Speichern um die Mittagszeit überschüssiger Strom „zwischengelagert“ werden könnte.
Solarstromspitzen glätten
Die Vorteile für die Allgemeinheit wären enorm. Die Heimspeicher würden damit helfen, die Solarstromspitzen zu glätten, Kosten zu senken und die Abhängigkeit von fossilen Backup-Kraftwerken zu verringern. So ließen sich auch jährlich zweistellige Millionenbeträge im Bundeshaushalt einsparen. Analysen haben ergeben, dass die intelligente Ladung zur Mittagszeit den mittleren Marktwert des eingespeisten Solarstroms im Jahr 2024 um 28 Prozent gesteigert hätte. Und je höher der Marktwert einer Kilowattstunde Solarstrom ist, desto weniger wird das EEG-Konto und letztlich der Steuerzahler belastet.
Auch Vorteile für Speicherbesitzer
Aber auch der Besitzer eines Heimspeichers selbst profitiert von einer Umstellung der Ladezeiten. So wird durch die kürzere Standzeit bei hohen Ladezuständen die kalendarische Alterung der Batterie reduziert – was im Durchschnitt wohl zu zwei zusätzlichen Jahren Lebensdauer des Speichers führt. Ein weiterer wichtiger Vorteil ergibt sich für Besitzer von PV-Anlagen mit bis zu 25 Kilowatt Nennleistung, die nach dem 24. Februar 2025 ans Netz angeschlossen wurden. Damals trat das sogenannte Solarspitzengesetz in Kraft. Solange kein Smartmeter und keine Steuerungseinrichtung installiert sind, was aktuell noch für die allermeisten Haushalte zutrifft, muss demnach die maximale Einspeiseleistung dieser Photovoltaikanlagen auf 60 Prozent begrenzt werden. Dieser Fall trifft in der Regel allerdings nur bei voller Sonneneinstrahlung ein – typischerweise also um die Mittagszeit. Daher ist es sinnvoll, für diesen Zeitraum „Platz“ im Speicher freizuhalten und die Ladezeit eben auf später zu verschieben. Über prognosebasiertes Laden lässt sich das auch steuern: Anhand von Wettervorhersagen, Produktions- und Verbrauchsprognosen werden damit die Ladezeiten des Speichers optimiert. Einige Heimspeicher verfügen über eine solche Einstellung, die mit

wenigen Klicks in der App vorgenommen werden kann. Prognosebasierte Laden ist übrigens auch richtig interessant für Besitzer von PV-Anlagen, für die das Solarspitzengesetz gilt und wo bereits ein Smartmeter sowie eine Steuerbox angebaut sind. In solchen Fällen gibt es nämlich in Zeiten mit negativen Strompreisen, was immer häufiger vorkommt, keine Vergütung mehr. Das macht den intelligenten Betrieb der Speicher noch wichtiger.
Steuerbare Verbraucher intelligent mit Strom versorgen
Darüber hinaus gilt die Empfehlung, in Zeiten mit hohen Solarstromerträgen diese für große, steuerbare Verbraucher zu nutzen, also beispielsweise das E-Autos zu laden. Das zahlt sich finanziell aus und hilft auch dem Stromnetz.
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