Lehm- und Kalkputz: Unterschiede und Anwendungsgebiete
Der Innenputz ist mehr als nur ein optisches Detail. Er schützt das Mauerwerk und reguliert optimalerweise das Raumklima. Zwar kommen Gipsputze nach wie vor sehr häufig zum Einsatz, allerdings erleben Lehm- und Kalkputze im ökologischen Bauen und Sanieren eine echte Renaissance und punkten dabei gleich in mehrfacher Hinsicht.
Wenig Energie bei der Herstellung
Beim Lehmputz beginnt das schon mit der Herstellung, die nur sehr wenig Energie benötigt. Das Ausgangsmaterial wird in der Lehmgrube gewonnen, anschließend getrocknet, gesiebt, in Säcke abgepackt und ist dann dauerhaft gut lagerfähig. Einer der großen Vorteile des Lehmputzes ist seine hervorragende Feuchteregulierung, sprich er kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und bei trockener Luft wieder abgeben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Material in ausreichender Stärke von mindestens 15 bis 20 Millimetern auf der Wand aufgetragen worden ist. Der Lehmputz besitzt zudem die Fähigkeit, Wohngifte wirksam aufzunehmen. Schadstoffe gelangen meist unsichtbar durch Baustoffe, Möbel oder Reinigungs- und Pflegemittel in die eigenen vier Wände. Die Schadstoffe werden in der feinen Struktur der Tonminerale eingelagert. Der Lehmputz kann sogar Nikotingeruch, Küchendunst oder Gerüche von Haustieren aufnehmen.
Putz lässt sich leicht reparieren
Prinzipiell können Lehmputze im gesamten Haus eingesetzt werden – allerdings empfiehlt es sich, überall dort wo regelmäßig Spritzwasser auf den Putz treffen kann, andere Materialien zu verwenden. Lehm ist wasserlöslich und weicht daher bei intensiverem Wasserkontakt auf – eine Eigenschaft, die bisweilen auch von Vorteil ist. Kleinere Schäden am Lehmputz können oftmals unkompliziert mit Wasser und etwas Putz repariert werden, wobei bei näherem Hinsehen die Reparaturarbeiten in der Regel erkennbar sein können. Apropos, Schäden am Lehmputz können schnell mal passieren, weil er verhältnismäßig weich ist – anders als der Kalkputz. Dieser ist deutlich härter und abriebfester. Während Lehmputz durch einfaches Trocknen fest wird, härtet Kalkputz durch die sogenannte Carbonatisierung aus. Der im Putz enthaltene Kalk reagiert dabei mit Kohlendioxid der Umgebungsluft und versteinert regelrecht.
Voricht vor schlechter Qualität
Auch der Kalkputz glänzt durch seine Feuchteregulierung – aber Vorsicht: Insbesondere in Baumärkten werden nicht selten günstige Kalkputze mit einem niedrigen Kalkanteil angeboten, die kaum mehr eine feuchtigkeitsausgleichende Wirkung zeigen. Beim Kauf sollte man also unbedingt auf sehr reinen Kalkputz achten.
Schützt vor Schimmel
Ein großes Plus von hochwertigen Kalkputzen ist deren keimtötende Wirkung. Hintergrund ist der hohe natürliche pH-Wert, was gegen Schimmel,

Pilze und Bakterien schützt. Typische Anwendungsgebiete für den Kalkputz im Innenbereich sind daher Räume mit erfahrungsgemäß höherer Luftfeuchtigkeit wie Bad und Küche. Genau wie Lehmputz nimmt auch Kalkputz Schadstoffe aus der Raumluft auf. Mehr noch, er wandelt sie sogar in einem natürlichen Prozess zu unschädlichen Stoffen um. Was den Energieverbrauch bei der Herstellung betrifft, schneidet der Lehmputz im Vergleich zum Kalkputz besser ab, weil Letzterer unter Energieeinsatz gebrannt wird.
Auf passende Farbe achten
Noch ein Wort zu Malerarbeiten auf Lehm- und Kalkputzen: hier ist Vorsicht geboten. Mit der falschen Farbwahl kann man die feuchteregulierende Wirkung ruinieren. Es gibt aber passende Lehm- und Kalkputzfarben. Kunstharzbasierte Farben sind beispielsweise diesbezüglich ungeeignet. Am besten erkundigt man sich im Fachhandel.
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Dieser Energietipp ist im Rahmen des Projektes SaveEnergyTogether entstanden, das durch das LIFE-Programm der Europäischen Union unter der Fördernummer 101120878 kofinanziert wird.




