Sanierung in Schritten: Auf die richtige Reihenfolge achten

Wer ein Haus saniert, steht am Anfang vor zahlreichen Entscheidungen – im Falle einer Komplettsanierung sind sehr viele auf einmal zu treffen. Auf den ersten Blick scheint da ein Umbau in Schritten etwas entspannter zu sein. Aber Vorsicht: Auch hier gilt es wohlüberlegt vorzugehen, auch was die Reihenfolge der einzelnen Maßnahmen betrifft.

Fehlplanung und Nacharbeiten vermeiden

Grundsätzlich gilt die Empfehlung: Außen vor innen, oben vor unten, Hülle vor Technik. Ein solches Vorgehen hilft nicht nur die Kosten zu senken, sondern verhindert auch aufwendige Nacharbeiten und technische Fehlplanungen. So kommt es häufig vor, dass als erstes eine neue Heizungsanlage eingebaut wird – und zwar auf der Grundlage des unsanierten Gebäudes. Wenn dann später Dach und Fassade gedämmt sowie neue dreifach verglaste Fenster eingebaut werden, sinkt der Wärmebedarf deutlich. Die zuvor installierte Heizung ist nun häufig überdimensioniert. Das führt zu höheren Anschaffungskosten, einem ineffizienten Betrieb und schlimmstenfalls zu einem vorzeitigen Austausch der Anlage. Das kann Mehrkosten von 5.000 bis 15.000 Euro verursachen.


Nur einmal Gerüstkosten 

Nicht zu unterschätzen sind in diesem Zusammenhang auch die Ausgaben fürs Gerüst. Je nach Größe des Gebäudes fallen hierfür zwischen 3.000 und 8.000 Euro an. Werden Dachsanierung, Fenstertausch und Fassadendämmung zeitlich getrennt durchgeführt, entstehen die Gerüstkosten oft mehrfach. Wer diese Arbeiten oder zumindest Teile davon in einer gemeinsamen Bauphase bündelt, kann erhebliche Summen sparen.

Energieberatung als Ausgangspunkt

Ebenfalls wichtig: Eine erfolgreiche Sanierung beginnt lange vor dem ersten Handwerkertermin. Der Gang zur Energieberatung, wie sie beispielsweise die Verbraucherzentrale und das Energie- und Umweltzentrum Allgäu anbieten, ist dabei der ideale Einstieg in ein Sanierungsprojekt. Hier erfahren Hausbesitzerinnen und -besitzer alles Wissenswerte zu den Themen Heizung, Wärmedämmung, Solarenergie und Förderung. Als absolut sinnvolles Instrument hat sich auch der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) etabliert. Dieser wird anschließend von einem dafür zugelassenen Experten erstellt und gibt unter anderem die optimale Reihenfolge der Maßnahmen vor. Liegt ein iSFP vor, winkt bei bestimmten Maßnahmen auch eine um fünf Prozent höhere Förderung.

Sinnvolle Kombination

Ist der Ist-Zustandes Gebäudes von Expertenseite exakt analysiert und ein Konzept erarbeitet, geht es in die konkrete Umsetzung. Und hier startet man entsprechend der anfangs erwähnten Handlungsempfehlung am besten mit den Arbeiten am Dach samt dessen Dämmung beziehungsweise mit der Dämmung der obersten Geschossdecke. Fenster und Türen werden
 


idealerweise gemeinsam mit der Fassadendämmung erneuert. Die Kombination aus Fassadendämmung und Fenstertausch ist energetisch die sinnvollste Lösung, da die Bauteile optimal aufeinander abgestimmt werden können. So lassen sich Wärmebrücken und Schimmelbildung vermeiden. Werden neue Fenster nachträglich in eine bereits gedämmte Fassade eingesetzt, entstehen oft teure Anschluss- und Putzprobleme. Danach folgen Keller- oder Bodenplattendämmung sowie die Modernisierung der Heizungsanlage.

Thema Förderung

Auch die Finanzierung und Fördermittelplanung sollten frühzeitig berücksichtigt werden. Die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) bietet für zahlreiche energetische Maßnahmen attraktive Zuschüsse. Hierbei gilt es zu beachten, dass viele Förderanträge vor Beginn der Arbeiten gestellt werden müssen.

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Förderung

Dieser Energietipp ist im Rahmen des Projektes SaveEnergyTogether entstanden, das durch das LIFE-Programm der Europäischen Union unter der Fördernummer 101120878 kofinanziert wird.

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