Heizlastberechnung: Basis für die Heizungsplanung
Damit eine Heizung effizient arbeiten kann, muss deren Leistungsstärke zum Gebäude passen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Heizlastberechnung, egal für welches Heizsystem man sich entscheidet. Sie sollte immer zentraler Bestandteil der Heizungsplanung sein. Beim Heizungstausch von Gebäuden ab sechs Wohneinheiten ist die Heizlastberechnung sogar Pflicht. Und auch für die Förderung beim Wechsel von Öl und Gas zu einem Heizsystem auf Basis erneuerbarer Energien wird eine Heizlastberechnung benötigt.
Nachteile durch Überdimensionierung
Ist der Wärmeerzeuger überdimensioniert, sind einerseits die Investitionskosten höher als eigentlich nötig. Und gerade bei Wärmepumpen leidet darunter deren Effizienz und die Lebensdauer, weil sich das Gerät dann sehr oft ein- und ausschaltet. Diese Taktung, so der Fachausdruck, tut der Wärmepumpe nicht gut und kostet unnötig Energie. Wird der Wärmeerzeuger dagegen zu klein ausgelegt, werden an sehr kalten Tagen die Räume nicht richtig warm. Zudem läuft dann die Anlage häufig im Winter auf Hochtouren, was den Verschleiß erhöht.
Vorsicht bei Online-Tools
Man findet im Internet zahlreiche Online-Tools zur Heizlastberechnung. Hierbei handelt es sich aber bestenfalls um eine Überschlagsrechnung, die nur eine erste Orientierung für die tatsächlich Heizlast eines Gebäudes geben kann. Grundlage der Heizungsplanung sollte auf jeden Fall eine seriöse und detaillierte Heizlastberechnung nach DIN-Norm EN 12831 sein. Der Heizungsinstallateur oder ein Ingenieurbüro ermittelt dabei exakt jene Wärmeleistung, die nötig ist, um ein Gebäude auch an den statistisch kältesten Tagen im Jahr am jeweiligen Standort ausreichend mit Wärme zu versorgen.
Wärmeverluste im Fokus
Berücksichtigt werden dabei der Dämmstandard und das Baujahr des Gebäudes, die Fensterflächen und das Thema Lüftung. Einerseits geht es darum, die Transmissionswärmeverlust über die Gebäudehülle mit Hilfe der U-Werte der einzelnen Bauteile zu berechnen. Zudem fließen die Wärmeverluste durchs Lüften, aber auch durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle in die Berechnung ein. Am Ende wird die Summe aus Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten in Watt (W) addiert.
Unterschied zu Wärmebedarf
Wichtig: Heizlast und Wärmebedarf sind zwei unterschiedliche Größen. Die Heizlast gibt die maximale Wärmeleistung an, die eine Heizung bei tiefsten Außentemperaturen im Winter leisten muss, um Räume warmzuhalten. Der jährliche Wärmebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter hingegen beschreibt den Energieverbrauch zur Berechnung der Heizkosten über das Jahr.
Sonderfall Wärmepumpe
Bei Planung und Installation einer Wärmepumpe gilt es noch etwas anders zu beachten: In der Regel werden Wärmepumpen-Heizungen heutzutage mit

einem zweiten Wärmeerzeuger bestückt, meist in Form eines elektrischen Heizstabs. Fällt die Außentemperatur deutlich unter null Grad schaltet sich die zweite Wärmequelle zu, da die Wärmepumpe dann nicht mehr effizient arbeitet. Für eine effiziente Betriebsweise der Wärmepumpe ist dieser Einschaltpunkt – im Fachjargon Bivalenzpunkt – entscheidend. Dabei gilt hierfür ein Wert von minus sieben Grad Celsius als guter Richtwert, weil dann die Wärmepumpe groß genug ist, um den überwiegenden Teil der Heizperiode selbstständig abzudecken.
Kosten sind förderfähig
Manche Heizungsbauer führen die Heizlastberechnung selbst durch. Hat man sich für einen Betreib entschieden, der diese nicht anbietet, kann man sich alternativ an einen Fachplaner für Heizung, Lüftung und Sanitär wenden. Im Internet findet man auch Dienstleister, die eine online-basierte Berechnung offerieren. Erfahrungsgemäß sucht man sich aber besser einen Heizungsbauer oder ein Planungsbüro vor Ort. Der direkte Kontakt erleichtert vieles. Die Kosten für eine Heizlastberechnung liegen bei einem Einfamilienhaus bei rund 600 bis 700 Euro und sind förderfähig.
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