Kommunale Wärmeplanung: Wegweiser beim Thema Heizung
Wie heizen wir in Zukunft? Eine Frage, die sich viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer stellen. Dabei nimmt die Zahl derer stetig zu, die beim Heizen von Öl oder Gas auf erneuerbare Energien umsteigen wollen. Aktuell zeigt der Iran-Krieg einmal mehr die Folgen, die sich aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ergeben. Aber welche Möglichkeiten beim Umstieg gibt es und was passt am besten zum jeweiligen Gebäude? Eine wichtige Entscheidungshilfe bietet dabei die kommunale Wärmeplanung.
Gesetzliche Vorgaben
Das aktuell noch geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist eng an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt. Auch wenn das GEG nun bis 1. Juli durch das Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt werden soll, gilt nach wie vor die Vorgabe, dass bis spätestens Mitte 2028 in allen Gemeinden eine kommunale Wärmeplanung vorliegen muss. Für Städte über 100.000 Einwohner endet die Frist schon am 30. Juni 2026. Tatsächlich haben sich viele Kommunen – auch in Schwaben – frühzeitig um das Thema gekümmert. Für einige Kommune gibt es bereits eine Wärmeplanung.
Wärmenetz oder dezentrale Lösung
Und das ist gut so. Denn Ziel der Wärmeplanung ist es, zu ermitteln, wie und mit welcher Wärmequelle sich künftig die Haushalte, die kommunalen Liegenschaften und die Gewerbebetriebe in den verschiedenen Gemeindegebieten am kostengünstigsten und effizientesten mit Wärme versorgen lassen. Das kann der Bau oder die Erweiterung eines Wärmenetzes sein. In der Potenzialanalyse werden aber auch sinnvolle dezentrale Lösungen aufgezeigt – zum Beispiel für jene Gemeindegebiete, in denen der Anschluss in absehbarer Zeit nicht möglich oder sinnvoll sein wird.
Planungssicherheit
Am Wärmeplan ist letztlich abzulesen, ob in den jeweiligen Bereichen Fernwärme verfügbar oder deren Ausbau vorgesehen ist, ob Voraussetzungen für die Errichtung von Nahwärmenetzen bestehen oder welche Umweltwärmequellen wie etwa Geothermie vorhanden sind. Hausbesitzer erhalten damit Planungssicherheit und eine Orientierungshilfe, welche Optionen für die Wärmeversorgung im jeweiligen Fall in Frage kommen und sinnvoll sind.
Gebäude- und Heizungsdaten
Basis der kommunalen Wärmeplanung sind dabei die Gebäude- und Heizungsdaten für die jeweilige Kommune, die aus unterschiedlichen Datenbanken erhoben und anschließend von den Fachleuten analysiert werden. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, welche Möglichkeiten es für den Einsatz von erneuerbaren Energien in den einzelnen Gebieten gibt. Es geht darum, die aktuelle Heizsituation der Gebäude mit dem tatsächlichen Potenzial abzugleichen – etwa wie viel Holz überhaupt noch zusätzlich und nachhaltig genutzt werden kann. Zudem werden Umsetzungsstrategien für die Ziele entwickelt, die sich aus der kommunalen Wärmeplanung ergeben. Die kommunalen Wärmeplanung ist damit ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer klimafreundlichen und kostengünstigen Wärmeerzeugung.

Fachleute gehen davon aus, dass der ganz große Umschwung hin zu Wärmenetzen nicht stattfinden wird, weil sich der Bau dieser Wärmenetze häufig nicht lohnen wird. Allerdings: In Großstädten wird Fernwärme wohl eine größere Rolle spielen, in ländlichen Gebieten werden Wärmenetze in der Regel nur in Stadt- und Ortskernen oder in der Nachbarschaft größerer Unternehmen wirtschaftlich darstellbar sein. Dank engagierter Bürger werden oft auch in ländlicheren Gemeinden noch Wärmenetze umgesetzt. Aber für das Gros der Gebäude in Deutschland bedarf es auch in Zukunft individueller Lösungen wie der Wärmepumpe oder einer Heizung mit Holzpellets oder Holz.
Hinweis auf Anschluss an ein Wärmenetz
Und mit der kommunalen Wärmeplanung kann jetzt jede und jeder einfach ablesen, ob ein Anschluss an ein Wärmenetz für das eigene Haus in der Zukunft eine Option sein kann.
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