Lebensdauer verschiedener Heizsysteme
Der 40 Jahre alte Ölheizkessel – ja, man trifft ihn noch an, wenn auch nur in äußerst seltenen Fällen. Ob man als Besitzer stolz auf solch einen Dinosaurier im Heizungskeller sein sollte? Eigentlich nicht, denn aufgrund der veralteten Technik ist der Energieverbrauch gewaltig und die CO2-Belastung entsprechend hoch. Neuere Heizkessel – egal ob mit Öl oder Gas als Brennstoff – arbeiten deutlich effizienter. Aber wie sieht es mit deren Lebensdauer aus? Und wie langlebig sind Heizsysteme wie Wärmepumpen und Holzpelletskessel, die auf erneuerbaren Energien basieren?
Ausreißer nach oben und unten
Man kann davon ausgehen, dass sich Öl- und Gaskessel der jüngeren Generation von älteren Modellen in puncto Lebensdauer nicht großartig unterscheiden. Etwas anderes sieht das bei den kompakten Gasthermen aus. Die neueren Geräte sind auf eine hohe Effizienz getrimmt, die verbauten Komponenten sind filigraner, was sie anfälliger macht. Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) gibt für Öl- und Gaskessel mit Brennwerttechnik eine typische Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren an, der Wert für eine Gastherme liegt etwas darunter – wobei es Ausreißer nach oben und unten gibt. Mancher Öl- und Gaskessel mit Brennwerttechnik verrichtet auch nach 25 Jahren noch zuverlässig seinen Dienst.
Thema Heizungswasser
Die Lebensdauer einer Gas- oder Ölheizung hängt von vielen Faktoren ab. Ein wichtiger ist die Qualität des Heizungswassers. Hartes, kalkhaltiges Heizungswasser führt zu schädlichen Kalkablagerungen. Auch die Taktung ist ein wichtiges Kriterium, sprich wie oft sich die Anlage an und wieder ausschaltet – je höher die Taktung, desto höher ist der Verschleiß. Die richtige Dimensionierung der Anlage ist hier wichtig, sprich, die Größe des Heizkessels sollte zum Wärmebedarf passen. Eine lebensverlängernde Maßnahme ist zudem die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb.
Etwas anfälligere Pelletsheizung
Letzteres ist bei einem Pelletskessel besonders wichtig – was auch darin liegt, dass hier mehr mechanische Teile verbaut sind. Man denke nur an die Förderschnecke beziehungsweise Saugturbine, mit deren Hilfe die Pellets zur Brennkammer befördert werden. Die dabei verbauten Teile sind anfälliger für Verschleiß und Störungen durch Staub oder Fremdkörper als die doch relativ einfachen Brenner von Gas- oder Ölheizungen. Der VDI gibt für Pelletsheizanlagen eine typische Lebensdauer von 15 bis 18 Jahren an. Sie liegt damit etwas unter der von Öl- und Gaskesseln. Aber auch hier gilt: nicht selten findet man Pelletsheizungen, die 20 Jahre und mehr im Einsatz sind.
Wärmepumpe seit 40 Jahren im Einsatz
Für die Wärmepumpe nennt die VDI eine zu erwartende Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Untersuchungen aus der Schweiz, wo schon seit Jahrzehnten auf Wärmepumpen gesetzt wird, sprechen von einer Lebensdauer von durchschnittlich 20 Jahren bei Luft-Wasserwärmepumpen und knapp 27 Jahren bei Erdwärmepumpen. Manche Wärmepumpe ist aber selbst nach 40 Jahren noch im Einsatz und liefert zufriedenstellende Ergebnisse. Eine noch deutlich längere Lebensdauer kann von den Erdsonden bei Erdwärmepumpen erwartet werden. So kann eine Erdsonde über einen

Zeitraum von 50 bis 80 Jahren als Wärmequelle für mehrere Generationen von Wärmepumpen dienen. Jahren noch im Einsatz und liefert zufriedenstellende Ergebnisse. Eine noch deutlich längere Lebensdauer kann von den Erdsonden bei Erdwärmepumpen erwartet werden. So kann eine Erdsonde über einen Zeitraum von 50 bis 80 Jahren als Wärmequelle für mehrere Generationen von Wärmepumpen dienen.
Problem: Hohe Taktung
Der entscheidende Faktor für die Lebensdauer einer Wärmepumpe ist dabei die Zahl der Verdichterstarts – sprich wie oft der Kompressor als Herzstück der Wärmepumpe anspringt. Häufiges „Takten“, so der Fachausdruck, schadet der Wärmepumpe. Die richtige Dimensionierung des Geräts ist also auch hier enorm wichtig, sorgt sie doch für lange Laufzeiten auf niedrigem Niveau.
Langlebige Solarthemie und Photovoltaik
Solarthermieanlagen gelten ebenfalls als zuverlässige und langjährige Wärmelieferanten. Bei den Kollektoren kann man mit einer Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren rechnen – ähnlich wie bei Photovoltaikmodulen.
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