Mit Roll- und Fensterläden Heizenergie sparen
Alte Fenster zählen häufig zu den Schwachpunkten in der Gebäudehülle und verursachen im Winter hohe Wärmeverluste. Idealerwiese ersetzt man diese durch moderne dreifach verglaste Modelle und profitiert dauerhaft von niedrigeren Energiekosten und einem spürbar höheren Wohnkomfort. Bis es mit dem Fenstertausch so weit ist, kann man sich mit ein paar einfachen Tricks schon mal behelfen.
Rollladen vollständig schließen
So empfiehlt es sich, bei Fenstern mit außenliegenden Rollläden diese in der kalten Jahreszeit nach Sonnenuntergang auf jeden Fall herunterzulassen. Wichtig dabei: die Lamellen sollten vollständig geschlossen sein. Dadurch entsteht zwischen dem Rollladen und der Fensterscheibe eine isolierende Luftschicht, die den Wärmeaustausch reduziert – vergleichbar mit einer Thermoskanne. Moderne Rollläden haben in ihren Lamellen zusätzlich eine Art Luftkammer, die noch besser vor der Kälte schützen. Zudem verhindert der geschlossene Rollladen, dass der Wind quasi die Wärme aus dem Gebäude „herauszieht“, wenn er an den Fenstern vorbeistreicht und so eine zusätzliche Abkühlung durch Konvektion erzeugt.
Bis zu 30 Prozent weniger Wärmeverlust
Übrigens: ein vergleichbar guter Effekt lässt sich mit geschlossenen Fensterläden erzielen. Und grundsätzlich gilt: je schlechter die Fenster, desto höher ist der Einspareffekt von geschlossenen Roll- oder Fensterläden. Im besten Fall lassen sich dadurch die Energieverluste über die Fenster um circa 30 Prozent reduzieren – bei einer Einfachverglasung nämlich. Bei einer Doppelverglasung, die älter als 20 Jahre ist, sind es immer noch rund 20 Prozent, bei einer modernen Doppel- oder Dreifachverglasung circa fünf Prozent.
Auch Behaglichkeit steigt
Abgesehen von der Energieeinsparung hat der geschlossene Roll- oder Fensterladen noch einen weiteren Vorteil: Angesichts der höheren Oberflächentemperatur der Fensterscheibe steigt die Behaglichkeit. Wir Menschen reagieren nämlich sehr sensibel auf Oberflächentemperaturen. Sitzt man in der Nähe einer Glastür, deren Oberflächentemperatur sechs Grad beträgt, empfindet man das als ungemütlich, selbst wenn die Temperatur in der Mitte des Raums 23 Grad beträgt. Dazu kommt, dass unterschiedlich warme Oberflächen für Luftbewegungen sorgen, die den Behaglichkeitsfaktor zusätzlich senken.
Höhere Oberflächentemperatur
Sind die Fensterläden offen beziehungsweise die Rollläden hochgezogen, beträgt bei einer Außentemperatur von null Grad Celsius und einer Zimmertemperatur von 20 Grad die Oberflächentemperatur der Fensterscheibe bei einer Einfachverglasung etwa fünf Grad, bei einer älteren Doppelverglasung ungefähr elf Grad und bei einer Dreifachverglasung circa 18 Grad. Die Unterschiede sind also beträchtlich, lassen sich aber mit geschlossenen Roll- und Fensterläden wenigstens ein bisschen ausgleichen.

Manchmal sind aber weder Roll- noch Fensterläden vorhanden. Dann kann es helfen, die Vorhänge zuziehen oder innenliegende Rollos und Plissees herunterzulassen. Allerdings ist der Effekt längst nicht so groß wie bei Roll- und Fensterläden. Und ganz wichtig: Die Vorhänge sollten nicht direkt vor oder über den Heizkörpern hängen, da dies die Luftzirkulation blockiert. Die warme Luft staut sich dann hinter dem Stoff, statt den Raum zu heizen, was unnötig Heizenergie verbraucht.
Fenstertausch am wirkungsvollsten
Fest steht, dass die Kombination aus hochwertigen, dreifachverglasten Fenstern zusammen mit einer gut gedämmten Fassade und einer Komfortlüftungsanlage samt Wärmerückgewinnung die Energiekosten auf ein Minimum senken kann und gleichzeitig auch das beste Raumklima und den höchsten Wohlfühlfaktor garantiert. Wie man sinnvoll mit einer energetischen Sanierung zu diesem Ergebnis kommt, und welche staatlichen Förderprogramm dabei zur Verfügung stehen, werden am Mittwoch, den 11. Februar, Experten von eza! im Lesertelefon unserer Zeitung beantworten.
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