So kann man PV-Anlagen ohne EEG-Förderung weiterbetreiben

Für mehr und mehr Besitzerinnen und Besitzer von älteren Photovoltaikanlagen endet nach 20 Jahren die garantierte Einspeisevergütung für den selbst erzeugten Solarstrom. Die meisten dieser „ausgeförderten“ Solarstromanlagen liefern noch viele Jahre sauberen Solarstrom und können profitabel weiterbetrieben werden, zumal die Ausgaben für etwaige Wartungs- oder Reparaturarbeiten in der Regel gering sind.

Mehrere Möglichkeiten

Für den Weiterbetrieb gibt es mehrere Möglichkeiten, Eine davon besteht darin, den Strom komplett an den Netzbetreiber zu veräußern. Das Erneuerbare Energie Gesetz ermöglicht diese sogenannte Anschlussvergütung, die bis 2027 garantiert wird. Bezahlt wurde bis Ende 2022 der sogenannte Jahresmarktwert abzüglich einer Vermarktungsprämie von 0,4 Cent pro Kilowattstunde. Ab 2023 hat der Gesetzgeber die Höhe auf maximal zehn Cent pro Kilowattstunde begrenzt, sollte der Jahresmarktwert höher sein. Hohe Gewinne kann man auf diese Weise nicht machen. Der Vorteil dieser Variante ist der geringe Aufwand, der damit verbunden ist. Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) und seine Partner im Allgäustrom-Verbund bieten als regionale Stromversorger mit dem Direktvermarktungsmodell AllgäuStrom 100% eine besondere Anschlusslösung. Anlagenbetreiber erhalten eine attraktive Vergütung, das AÜW und seine Partner wiederum verkaufen den Solarstrom aus den Altanlagen an Kunden im Allgäu.

Kombination aus Eigenverbrauch und Einspeisung

In der Regel am lukrativsten ist die Kombination aus Eigenverbrauch und Einspeisung des überschüssigen Solarstroms, der dem Netzbetreiber oder einem Direktvermarkter zur Verfügung gestellt wird. Dafür muss aber unter anderem ein Elektroinstallateur kontaktiert und für die Photovoltaikanlage ein Zwei-Wege-Zähler eingebaut werden. Rund 30 Prozent des Solarstroms Marke Eigenproduktion lässt sich im Haushalt nutzen. Bei 40 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus dem Netz lässt sich damit die Stromrechnung bei einer Anlage mit einer Nennleistung von beispielsweise fünf Kilowattstunden um knapp 600 Euro senken. Dazu kommen noch die Einnahmen aus der Einspeisung in Höhe von rund 350 Euro bei gleicher Einspeisevergütung wie bei der Volleinspeisung.

Lukrativer Eigenverbrauch lässt sich erhöhen

Indem man Elektrogeräte wie den Geschirrspüler oder die Waschmaschine bei Sonnenschein einschaltet, lässt sich der Eigenverbrauch noch erhöhen. Gleiches gilt für die Kombination mit einem Elektroauto oder einer Wärmepumpe. Ist die Photovoltaikanlage groß und auch noch gut in Schuss, kann man auch über den Einbau eines Batteriespeichers nachdenken. Damit lässt sich der Eigenverbrauch deutlich steigern. Aufgrund des Aufwands für den Umbau des Zählerschranks ist diese Variante für sehr kleine Anlagen womöglich allerdings nicht wirtschaftlich.


Bedenkt man, dass moderne Photovoltaikmodule auf gleicher Fläche im Vergleich zu den 20 Jahre alten Modellen deutlich mehr Strom produzieren können, liegt auch die Idee nahe, die Bestandsanlage gleich durch eine neue zu ersetzen. Dies ist vor allen Dingen dann interessant, wenn bereits einzelne der alten PV-Module defekt sind oder in ihrer Leistungsfähigkeit stark nachgelassen haben. Zumal die Module in den letzten 20 Jahren deutlich günstiger geworden sind und seit Anfang des Jahres auch keine Umsatzsteuer mehr auf sämtliche Komponenten einer Solarstromanlage erhoben wird. Ob dieser Austausch wirklich die wirtschaftlich beste Lösung ist, hängt vom Einzelfall ab. Häufig lohnt sich aber der Weiterbetrieb der Bestandsanlage. Zustand, Größe und Standort der PV-Anlage spielen bei der Beurteilung einer einzelnen Anlage ebenso eine Rolle, wie der eigene Energieverbrauch.

Fachleute finden

Sie Suchen für Ihr Projekt einen kompetenten  Architekten, Planer oder Handwerker in Ihrer Nähe? Mit den eza!-Partnern finden Sie Fachleute, die für Qualtität am Bau stehen! Einfach in der Suchfunktion im Bild ganz oben den benötigten Fachmann, Ihre Postleitzahl und im Umkreisfeld die Kilometer eingeben, dann auf "Suchen" klicken - fertig!

Fachleute finden

Unsere Förderdatenbank zeigt Ihnen die passenden Förderprogramme

Hier finden Sie weitere Energietipps

Sie wollen wissen, wie Sie den Energiebedarf in Ihrem Haus senken oder erneuerbare Energien besser nutzen können? Die gemeinsame Energieberatung von eza! und der Verbraucherzentrale hilft Ihnen weiter.

Zu den Energieberatungsangeboten von eza! und Verbraucherzentrale

Weitere Energietipps für Sie

Solardachziegel: eine Alternative mit Vor- und Nachteilen

Optisch unterscheiden sich Solardachziegel kaum mehr von einem normalen Ziegel. Wir erklären, wie sie im Vergleich zu einer klassischen Photovoltaik-Anlage zu bewerten sind.

Zum Energietipp

Blitzschutz und Versicherung für Photovoltaikanlage?

Photovoltaikanlagen stellen größere Investitionen dar. Hier erfahren Sie, welche Gefahren durch Blitz und Hagel für eine PV-Anlagen ausgehen und weshalb eine Versicherung zu empfehlen ist.

Zum Energietipp
Haus mit PV-Anlage

Photovoltaik: auch auf die Optik achten

Bei der Planung und bei der Installation von Photovoltaikanlagen gewinnen optische Aspekte immer mehr an Bedeutung. Hier finden Sie dazu Tipps.

Zum Energietipp