Allgäu
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Kompensieren und klimaneutral werden

Auch wenn wegen des Ukraine-Kriegs die Sicherheit der Energieversorgung und die aktuellen Energiekosten im Vordergrund stehen, so hat das Thema Klimaschutz weiterhin die allerhöchste Dringlichkeit. Regelmäßige Wetterextrema und Unwetterereignisse weltweit mahnen uns hier zu deutlich größerem Einsatz.

Zu hoher Ressourcenverbrauch in Industrieländern

Jede und jeder Einzelne kann in den unterschiedlichsten Lebensbereichen CO2 einsparen: wie wir uns fortbewegen, was wir essen, wie wir wohnen, was und wie viel wir kaufen. Aber all unsere Anstrengungen werden nicht ausreichen, um schnell genug klimaneutral zu werden. Dafür ist der Ressourcenverbrauch in einem Industrieland wie Deutschland einfach viel zu hoch. Der durchschnittliche CO₂-Fußabdruck pro Kopf in Deutschland liegt aktuell bei 10,8 Tonnen pro Jahr. Ein Wert, der sehr weit über dem liegt, mit dem das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen wäre – nämlich eine Tonne CO2.

Gesamte Emissionen unseres Lebensstils ausgleichen

Hier kommen die Themen Klimaneutralität und Kompensation ins Spiel – nicht nur für einen Flug, sondern für den gesamten persönlichen CO2-Bilanz. Die Grundidee besteht darin, dass es für das weltweite Klima unwichtig ist, wo die Emissionen entstehen. Wir können also dafür sorgen, dass durch unseren finanziellen Beitrag Emissionen woanders auf der Welt reduziert werden. Für die Klimaneutralität gleichen wir auf diesem Weg unsere gesamten Emissionen unserem persönlichen Lebensstil aus.

Kompensieren mit regionaler Komponente

Es gibt dafür diverse Anbieter im Internet – mit dem Projekt „klimaneutrale Allgäuer:innen“ inzwischen auch einen mit regionaler Verankerung
( www.klimaneutrale-allgaeuer.de ). Hier wird mit Hilfe eines CO2-Rechners der Treibhausgas-Ausstoß in den verschiedenen Lebensbereichen ermittelt und aus dem Endergebnis die Höhe der Kompensationszahlungen berechnet. Bei den „klimaneutralen Allgäuerinnen und Allgäuern“ fließen allerdings nicht wie sonst üblich die Gelder ausschließlich in internationale Projekte, um beispielsweise den Ausbau erneuerbarer Energien in Ländern des globalen Südens vorantreiben. Hier kommt ein Teil auch regionalen Klimaschutz-Initiativen zugute.

Auf strenge Qualitätsstandards achten

Wichtig bei der Wahl der Klimaneutralitätsplattform: Die Projekte, in die die Kompensationszahlungen fließen, sollten strenge und von unabhängiger Seite geprüfte Standards erfüllen. Der Rahmen wird durch das internationale Greenhouse Gas Protocol gegeben, und unabhängige

 

Zertifizierungseinrichtungen stellen über regelmäßige Überprüfungen sicher, dass auch wirklich so viel CO2 eingespart wird, wie bezahlt wird, dass das CO2 jetzt eingespart wird und keine Wette auf die Zukunft ist, dass keine Einsparung doppelt gezählt wird und dass die Projekte insgesamt auch einer nachhaltigen Entwicklung dienen. Bei den „Klimaneutralen Allgäuerinnen und Allgäuern“ wird auf den Gold-Standard gesetzt, einen der strengsten Standards für Klimaschutzprojekte. Und zudem erhalten Teilnehmer hier, genauso wie bei anderen gemeinnützigen Anbietern eine Spendenquittung für ihre Kompensationszahlung.

Kein moderner Ablasshandel

Nicht verschwiegen werden darf, dass es auch Kritiker gibt. Sie sprechen bei den Kompensationszahlungen von „modernem Ablasshandel“, der vor allem das Gewissen beruhigen soll, ohne dass der klimaschädliche Lebensstil geändert wird. In der Tat ist es auf der einen Seite sehr wichtig, seine persönlichen Emissionen zu verringern, beispielsweise durch Sanierungsmaßnahmen am Haus oder durch Verhaltensänderungen. Durch die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten werden aber auf der anderen Seite auch nachweislich Emissionen reduziert. Und das ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag für einen wirksamen globalen Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung. Mit der freiwilligen Kompensation der eigenen Emissionen übernimmt man so für den eigenen Lebensstil die Verantwortung.
 

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