Besser nicht schnell noch neuen Öl- oder Gaskessel einbauen

Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer in Deutschland heizen noch mit Öl und Gas. Einige von Ihnen spielen derzeit mit dem Gedanken, noch schnell die alte Öl- oder Gasheizung gegen eine neue weiterhin mit Öl oder Gas betriebene Heizung auszutauschen. Dies ist allerdings keine so gute Idee – und zwar aus verschiedenen Gründen.

Klimaschutzabgaben verteuern Öl und Gas

Wer jetzt eine Öl- oder Gasheizung einbaut, der wird sich schon bald wieder mit der Frage nach einer neuen Heizung beschäftigen müssen. Denn die angestrebte Klimaneutralität in Deutschland (2045) und Bayern (2040) bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt dann keine fossilen Heizungen mehr laufen sollten – entweder wegen gesetzlicher Klimaschutzvorgaben oder weil aufgrund hoher Klimaschutzabgaben das Heizen mit Öl und Gas teuer sein wird.

Wärmepumpe: hohe Förderung und niedrige Betriebskosten

Denn das neue Gebäudeenergiegesetz, das aktuell in der Öffentlichkeit unter dem Schlagwort Habecks Heizungsgesetz diskutiert wird, ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass bereits seit 2021 ein CO2-Preis für die Treibhausgasemissionen beim Einsatz von Öl und Gas bezahlt werden muss. Dieser Preis ist zunächst vom Staat festgelegt und soll regelmäßig angehoben werden. Ab 2026 soll der Preis sich am Markt entwickeln. Bei großer Nachfrage wird der Preis für das Recht steigen, CO2 zu emittieren. Und auch wenn wie geplant die Emissionsrechte in ganz Deutschland reduziert werden, geht der Preis entsprechend nach oben. Damit wird in den nächsten Jahren der finanzielle Druck auf Eigentümer weiter zunehmen, eine fossile Heizung gegen eine auf erneuerbare Energien basierende auszutauschen. Die Betriebskosten für eine Wärmepumpe sind heute schon günstiger als für eine Gasheizung. Werden die angebotenen Förderprogramme genutzt, sind die Kosten für eine Wärmepumpe nicht so viel höher, so dass sich die Investition aktuell bereits rechnet.

Teures Frackingas bestimmt Markt

Vorbei sind auch die Zeiten, in denen Deutschland billiges Gas aus Russland importiert hat. Stattdessen wird auf längere Sicht teureres Gas den Markt bestimmen – Gas, das mittels Frackings in den USA, Katar und anderen Ländern gewonnen und mit Tankschiffen als LNG nach Deutschland transportiert wird.

Krisensicherer Strom aus erneuerbaren Energien

Der Ukraine-Krieg hat auch eindrucksvoll vor Augen geführt, wie sich Konflikte direkt auf den Gas- und Ölpreis auswirken. Der für Wärmepumpen wichtige Strompreis wird in Zukunft immer weniger davon betroffen sein. Denn eine Stromversorgung mit erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind in Deutschland ist krisensicher.

Wasserstoff wird woanders dringender benötigt

Aber kann man nicht mit Biogas oder in absehbarer Zeit auch mit grünem Wasserstoff heizen? Biogas wird mit der bei uns in Deutschland zur Verfügung stehenden Menge nur eine kleine Ergänzung sein können. Und


Wasserstoff? In vielen Bereichen, wie beispielsweise bei der Stahlindustrie, bei Flugzeugen oder großen Schiffen wird es zu Wasserstoff und daraus produzierten Energieträgern keine Alternativen geben. Deswegen wird der wenige vorhandene Wasserstoff in absehbarer zuerst hier und nicht gleich zum Heizen genutzt werden können.

Vorsicht bei H2-Ready-Siegel

Übrigens: viele der Gasheizungen, die heute schon als H2-ready, also als wasserstofftauglich, angepriesen werden, können nicht ausschließlich mit Wasserstoff, sondern lediglich mit einer Beimischung von maximal 20 bis 30 Volumenprozent betrieben werden. Deswegen warnen auch Verbraucherschützer bereits heute vor dieser Option, da sie erwarten, dass die Kosten für die Verbraucher auf längere Sicht damit deutlich höher sein werden als bei einer neuen Wärmepumpe.

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