So funktioniert die Notstromversorgung mit Solarstrom

Auch wenn Fachleute trotz Energiekrise die Wahrscheinlichkeit für großflächige Stromausfälle weiterhin für sehr gering halten, wächst in der Bevölkerung die Angst vor größeren Blackouts. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sich immer mehr Kundinnen und Kunden beim Einbau von Photovoltaikanlagen eine zusätzliche Notstrom-Funktion wünschen, obwohl dafür Mehrkosten im vierstelligen Bereich entstehen. Auch eine Nachrüstung bei einer bestehenden Anlage ist möglich und wird vermehrt nachgefragt.

Solar-Wechselrichter schaltet sich ab

Eines vorneweg: Wer sich allein schon als Besitzerin oder Besitzer einer Photovoltaikanlage im Falle eines Stromausfalls zumindest für jene Stunde gewappnet fühlt, in denen die Sonnen scheint, der täuscht sich. Beim Ausfall des öffentlichen Stromnetzes wird auch der Solar-Wechselrichter, der Gleichstrom von den Photovoltaikmodulen in Wechselstrom für die Nutzung im Haushalt umwandelt und dafür die Frequenz des Netzes aufgreift, nicht mehr mit Strom versorgt. Damit kann er auch nicht mehr weiterarbeiten und den Haushalt versorgen. Das ist auch aus Netzsicht wichtig: Denn wenn Arbeiten am Netz vorgenommen werden müssen, um Schäden die den Stromausfall verursacht haben, zu reparieren, dann müssen aus Sicherheitsgründen alle Leitungen abgeschaltet sein und es darf dann kein Solarstrom ins Netz fließen.

Umschaltbox und Speicher als Voraussetzung

Erste Voraussetzung dafür, dass die hauseigene Photovoltaikanlage notstromfähig wird, ist daher der Einbau einer sogenannten Umschaltbox. Diese trennt bei einem Netzausfall die angeschlossene PV-Anlage und die Verbraucherverteilung sicher vom öffentlichen Stromnetz und ermöglicht gleichzeitig eine Ersatzstromversorgung. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil einer echten Notstromversorgung ist aber auch der Einbau eines notstromfähigen Wechselrichters mit passendem Stromspeicher. Auch der Speicher muss in der Regel für den Betrieb ohne Stromnetz ausgelegt sein. Notstromfähige Speicher verfügen über eine spezielle Funktion, mit deren Hilfe der Speicher mit Betriebsstrom aus dem Speicherinhalt versorgt werden kann.

Nur die wichtigsten Elektrogeräte benutzen

Generell empfiehlt es sich, bei einer Notstromversorgung mittels Batteriespeicher nur die wichtigsten Geräte im Haushalt einzuschalten und bereits beim Einbau einen Speicher mit einer etwas höherer Kapazität zu wählen. Es können auch vorneweg Hausbereiche definiert werden – zum Beispiel Küche oder Heizung –, die bei einem Stromausfall mit Strom aus dem Speicher versorgt werden sollen. Gerade die Wärmeversorgung im Winter ist dabei in der Tat ein wichtiger Punkt. Denn auch die Steuerung und die Umwälzpumpe der Zentralheizung sowie ein Gas- oder Öl-Brennwertkessel oder eine Holzpelletsheizung benötigen Strom zum Betrieb.

Nachladbare Stromspeicher für mehrtägigen Stromausfall

Aber was passiert bei einem Stromausfall über mehr als einen Tag? Dann reicht selbst ein etwas größer dimensionierter Speicher nicht aus. Hier hilft nur eine Anlage mit einem Speicher, der sich auch ohne Netzstrom wieder


aufladen lässt, falls die Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom liefert. Dafür müssen Wechselrichter und Batteriespeicher miteinander kommunizieren. Derartige Systeme sind auf dem Markt, und zwar in unterschiedlichen Varianten. Welches im konkreten Fall sinnvoll ist, klärt man am besten mit einem Fachbetrieb, der auf diesem Gebiet über Erfahrung verfügt.

Keine Wunderdinge erwarten

Eines sollte man dabei immer im Kopf behalten: von einer Notstromversorgung mittels Photovoltaikanlage und Stromspeicher darf man keine Wunderdinge erwarten. Um beispielsweise im Winter eine Wärmepumpe zu betreiben, liefert die Sonne bei uns höchstens an wirklich sonnigen Tagen ausreichend Strom. Bevor man sich also für eine Notstrom-Lösung entscheidet, sollte man gut überlegen, inwieweit einen persönlich wirklich der Stromausfall in den eigenen vier Wänden trifft.

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